Internisten bilden die größte Facharztgruppe in Deutschland und sind damit in einem arbeitsmarktlich heterogenen Umfeld tätig. Je nach Subspezialisierung reicht die Einkommensspanne von vergleichsweise moderaten Tariflöhnen bis hin zu überdurchschnittlichen Einkommen in spezialisierten Bereichen wie der interventionellen Kardiologie.

Das Wichtigste in Kürze

  • Fachärzte für Innere Medizin ohne Schwerpunkt verdienen nach TV-Ärzte zwischen 7.000 und 9.000 EUR brutto monatlich; Schwerpunktinternisten erzielen deutlich mehr
  • Internisten mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Kardiologie oder Hämatologie/Onkologie haben bessere Verhandlungspositionen als nicht spezialisierte Kollegen
  • In der Niederlassung bestimmt das Fallvolumen und die Privatpatientenquote das Einkommensniveau entscheidend

Gehaltsverhandlung speziell für Internisten

Gastroenterologen, die Koloskopien durchführen, sind für klinische und ambulante Einrichtungen besonders wertvoll, da diese Leistungen hohe Erträge bei planbarem Ablauf generieren. Wer pro Tag 8 bis 10 Koloskopien erbringt, trägt erheblich zum Umsatz bei und kann prozedurbezogene Leistungszulagen von 1.000 bis 2.500 EUR monatlich verhandeln.

Internisten in der Niederlassung profitieren von der Privatpatientenquote: Eine internistische Praxis mit 25% PKV-Patienten erzielt durch die höhere GOÄ-Vergütung deutlich höhere Erträge als eine reine GKV-Praxis gleicher Größe. Dieser Unterschied kann bei Verhandlungen über Beteiligungsmodelle 3.000 bis 6.000 EUR monatlich netto ausmachen.

Worauf Internisten besonders achten sollten

Internisten sollten bei Verhandlungen über Tätigkeiten in internistischen Schwerpunktabteilungen die fallzahlbezogene Bedeutung ihrer Leistungen (z.B. Endoskopiezahlen, Herzkatheterfälle) quantifizieren. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Einkommenssicherung eine BU-Rente zu wählen, die dem tatsächlichen Nettoeinkommen entspricht, da Internisten durch die Niederlassung oft deutlich höhere Einkommen als Klinikinternisten erzielen.

Typische Fehler bei Internisten

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen von Leistungszielen und Messgrößen in variablen Vergütungskomponenten, was zu Konflikten führen kann. Zweiter Fehler: Internisten mit Schwerpunkt unterschätzen, dass ihre Subspezialifikation einen Marktwert hat, der deutlich über dem Grundinternisten liegt, und verhandeln daher auf dem falschen Niveau.

Fazit

Internisten profitieren von einer schwerpunktspezifischen Gehaltsverhandlung, die die eigene Leistungskapazität und Spezialkenntnisse als konkrete Argumente einbringt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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