Onkologen arbeiten in einem Fachgebiet mit wachsendem Bedarf und hoher Komplexität. Die Kombination aus stationärer und ambulanter Versorgung sowie der Einsatz hochpreisiger Therapien macht Onkologen zu besonders wertvollen Mitarbeitern für Kliniken und oncologische Versorgungseinrichtungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Onkologen in Kliniken verdienen nach TV-Ärzte zwischen 7.500 und 10.000 EUR brutto monatlich; Ärzte in leitenden onkologischen Funktionen deutlich mehr
  • Niedergelassene Onkologen erzielen durch Chemotherapieabrechnung in onkologischen Praxen erhebliche Umsätze, die Beteiligungsmodelle ermöglichen
  • Onkologen mit Spezialkenntnissen (CAR-T, Immuntherapie, molekulare Tumorboards) sind besonders gefragt

Gehaltsverhandlung speziell für Onkologen

Niedergelassene Onkologen in vertragsärztlichen onkologischen Praxen (Schwerpunktpraxen nach KV-Zulassung) erzielen durch die Chemotherapieabrechnung nach EBM erhebliche Umsätze. Eine mittelgroße onkologische Schwerpunktpraxis mit 300 bis 400 aktiven Patienten erzielt Jahresumsätze von 2 bis 4 Mio. EUR, wovon der leitende Onkologe durch Beteiligungsmodelle deutlich profitieren kann.

In Kliniken sind Onkologen in Tumorzentren und DKG-zertifizierten Krebszentren durch ihre Funktion im interdisziplinären Tumor-Board unersetzlich. Wer die Koordination eines Zentrums übernimmt, kann Leitungszulagen von 2.000 bis 5.000 EUR monatlich verhandeln. Kliniken mit hohem Anteil an klinischen Studien zahlen zusätzlich Prüfarztvergütungen von 500 bis 2.000 EUR monatlich für engagierte Onkologen.

Worauf Onkologen besonders achten sollten

Onkologen sollten bei der Verhandlung über Beteiligungen an onkologischen Praxen die Umsatzstruktur (GKV versus PKV, Chemotherapieumsatz versus Beratungsleistungen) genau verstehen. Ärzteversichert empfiehlt, bei hoher körperlicher und psychischer Belastung in der Onkologie eine ausreichende BU-Absicherung zu wählen, da Burnout und Erschöpfung zu den relevanten Berufsunfähigkeitsursachen bei Onkologen zählen.

Typische Fehler bei Onkologen

Ein häufiger Fehler ist das Annehmen von Prüfarzttätigkeiten ohne ausreichende Vergütungsvereinbarung, da Studiensponsoren die Bereitschaft zur Mitarbeit manchmal ohne angemessenes Honorar voraussetzen. Zweiter Fehler: Onkologen unterschätzen den Verhandlungswert ihrer Kenntnisse in neuen Therapiegebieten (CAR-T, ADC), die sie als Experten mit erheblichem Marktwert positionieren.

Fazit

Onkologen in Klinik und Praxis haben durch die wachsende Bedeutung des Fachgebiets und ihre Spezialexpertise konkrete Verhandlungsvorteile, die strategisch genutzt werden sollten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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