Orthopäden und Unfallchirurgen arbeiten in einem Fachgebiet mit erheblichem Einkommenspotenzial: Endoprothesenoperationen, arthroskopische Eingriffe und konservative orthopädische Diagnostik bilden eine breite Einkommensbasis, die in Klinik und Praxis sehr unterschiedlich genutzt werden kann.

Das Wichtigste in Kürze

  • Orthopäden in Kliniken verdienen nach TV-Ärzte zwischen 7.500 und 11.000 EUR brutto monatlich; operative Zusatzqualifikationen rechtfertigen Zulagen
  • Niedergelassene Orthopäden erzielen durch privatärztliche Leistungen (Stosswellen, Hyaluronsäure, PRP) erhebliche Zusatzeinnahmen
  • Endoprothetiker in zertifizierten EndoCert-Zentren sind besonders wertvoll und können Leitungszulagen verhandeln

Gehaltsverhandlung speziell für Orthopäden

Orthopäden mit Endoprothetik-Schwerpunkt in DGU/DGOOC-zertifizierten Endoprothesenzentren sind für die Zertifizierung des Zentrums unverzichtbar: Leitende Ärzte müssen Mindestzahlen von 250 Primärendoprothesen pro Jahr nachweisen. Diese hohe Leistungserbringung rechtfertigt Leitungszulagen von 2.000 bis 5.000 EUR monatlich und schafft eine starke Verhandlungsposition bei Stellenwechseln.

In der Niederlassung erzielen Orthopäden durch IGeL-Leistungen erhebliche Privatumsätze: Stoßwellentherapie (GOÄ 302a analog) pro Sitzung ca. 80 bis 150 EUR, intraartikuläre Hyaluronsäure-Injektionen 120 bis 250 EUR pro Injektion. Eine orthopädische Praxis, die systematisch IGeL anbietet, kann durch diese Leistungen monatliche Mehreinnahmen von 3.000 bis 8.000 EUR erzielen.

Worauf Orthopäden besonders achten sollten

Orthopäden sollten bei Beteiligungsverhandlungen an Praxen oder MVZ die privatärztliche Leistungsstruktur analysieren und explizit in die Vergütungsverhandlung einbeziehen. Ärzteversichert empfiehlt für operative Orthopäden eine BU-Versicherung, die die manuelle operative Tätigkeit explizit benennt, da selbst geringfügige Einschränkungen der Handfunktion die endoprothetische Chirurgie unmöglich machen können.

Typische Fehler bei Orthopäden

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen, eine Robotik-Qualifikation (z.B. MAKO-Roboter für Endoprothetik) als Gehaltsargument einzubringen, obwohl die Einarbeitungszeit erheblich ist und die Klinik unmittelbar profitiert. Zweiter Fehler: Orthopäden in Gemeinschaftspraxen versäumen, die IGeL-Umsatzbeteiligung vertraglich klar zu regeln.

Fazit

Orthopäden können durch operative Zertifizierungen und eine systematische IGeL-Strategie ein attraktives Gesamteinkommen in Klinik wie Praxis aufbauen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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