Palliativmedizin ist ein Bereich, in dem der gesellschaftliche Wert hoch ist, aber das Vergütungsniveau historisch hinter anderen Fachrichtungen zurückblieb. Neue Finanzierungsmodelle für SAPV und die wachsende Anerkennung palliativer Expertise verbessern die Verhandlungsgrundlage.

Das Wichtigste in Kürze

  • Palliativmediziner in Kliniken (Palliativstationen) verdienen nach TV-Ärzte zwischen 7.000 und 9.500 EUR brutto monatlich; Leitungsstellen zahlen 1.500 bis 3.000 EUR Zulagen
  • SAPV-tätige Ärzte erzielen durch Einsatzhonorare oder Anstellungen in SAPV-Teams teils deutlich höhere Stundensätze als in Klinikdiensten
  • Palliativmediziner mit onkologischer Doppelqualifikation sind besonders gefragt und erzielen höhere Gehälter

Gehaltsverhandlung speziell für Palliativmediziner

Palliativmediziner, die als ärztliche Leitung einer Palliativstation tätig sind, übernehmen eine Koordinationsverantwortung, die weit über die Patientenversorgung hinausgeht. Diese Leitungsaufgabe rechtfertigt Zulagen von 1.500 bis 3.000 EUR monatlich gegenüber dem reinen Facharztgehalt. Palliativmediziner in Tumorzentren, die sowohl onkologische als auch palliativmedizinische Versorgung übernehmen, können diese Doppelfunktion als Verhandlungsargument einsetzen.

Im SAPV-Bereich werden Ärzte entweder als Angestellte eines SAPV-Teams (mit festen Gehältern) oder auf Honorarbasis vergütet. Honorar-Palliativärzte im SAPV erzielen stundenbezogene Sätze von 60 bis 120 EUR, was bei entsprechendem Einsatzvolumen ein attraktives Nebeneinkommen ergibt. SAPV-Teams konkurrieren um erfahrene Palliativmediziner; Ärzte mit breiter Expertise können hier Konditionen aushandeln.

Worauf Palliativmediziner besonders achten sollten

Palliativmediziner sollten bei Vertragsverhandlungen explizit nach dem Dienststrukturmodell und der Rufbereitschaftsvergütung fragen, da palliativmedizinische Krisen häufig außerhalb der regulären Arbeitszeit auftreten. Ärzteversichert empfiehlt, die psychische Belastung durch die tägliche Konfrontation mit Sterben und Tod bei der BU-Risikoeinschätzung und Absicherungshöhe zu berücksichtigen.

Typische Fehler bei Palliativmedizinern

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung des eigenen Marktwertes, weil Palliativmediziner ihren sozialen Auftrag über das Gehalt stellen und Verhandlungen vermeiden. Zweiter Fehler: Palliativmediziner mit onkologischer Weiterbildung nutzen diese selten systematisch als Verhandlungsargument, obwohl sie dadurch ein Tätigkeitsspektrum abdecken, das sonst zwei Spezialisten erfordert.

Fazit

Palliativmediziner können durch die Kombination aus spezifischer Fachexpertise, SAPV-Tätigkeit und onkologischer Doppelqualifikation eine bessere Verhandlungsposition aufbauen als gemeinhin angenommen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →