Psychiater verhandeln in einem Markt, der durch hohe Nachfrage und gleichzeitig vergleichsweise moderate Grundgehälter geprägt ist. Der Mangel an psychiatrischen Fachärzten im stationären und ambulanten Bereich stärkt jedoch die Verhandlungsposition erheblich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Psychiater in Kliniken verdienen nach TV-Ärzte zwischen 7.000 und 9.500 EUR brutto monatlich; der strukturelle Psychiatermangel ermöglicht häufig übertarifliche Zulagen
  • Niedergelassene Psychiater mit Psychotherapiegenehmigung erzielen in der Praxis deutlich höhere Nettoeinkommen
  • Forensische Psychiater und Gutachter erzielen durch Gutachtertätigkeiten erhebliche Zusatzeinkommen

Gehaltsverhandlung speziell für Psychiater

Der Psychiater-Mangel in Deutschland ist strukturell und langfristig: Die Wartezeiten auf einen ambulanten psychiatrischen Termin betragen vielerorts sechs bis zwölf Monate. Wer als Psychiater in einem MVZ, einer Institutsambulanz oder einer psychiatrischen Klinik eingestellt werden will, kann diesen Mangel als Verhandlungsargument nutzen. Übertarifliche Zulagen von 500 bis 2.000 EUR monatlich sind in psychiatrischen Einrichtungen keine Seltenheit.

Niedergelassene Psychiater mit Psychotherapiegenehmigung nach PT-Vereinbarung erzielen Nettoeinkommen von 8.000 bis 15.000 EUR monatlich, da psychotherapeutische Sitzungen nach EBM gut vergütet sind und ein voller Kassenplan mit 35 Behandlungsstunden pro Woche ein erhebliches Honorarvolumen generiert. Forensisch tätige Psychiater erzielen durch gutachterliche Tätigkeiten für Gerichte und Rentenversicherungen Stundensätze von 100 bis 180 EUR.

Worauf Psychiater besonders achten sollten

Psychiater sollten bei Verhandlungen über Klinik-Anstellungen explizit nach Bereitschaftsdienst-Strukturen fragen, da Rufbereitschaft in der Psychiatrie häufig intensiver als in anderen Fächern ist. Ärzteversichert empfiehlt, bei der BU-Absicherung für Psychiater die psychische Beanspruchung explizit als Berufsrisiko zu berücksichtigen und eine Absicherung zu wählen, die auch psychische Erkrankungen als BU-Ursache abdeckt.

Typische Fehler bei Psychiatern

Ein häufiger Fehler ist das Annehmen von Stellen ohne ausreichende Berücksichtigung der Dienst- und Rufbereitschaftsbelastung, die in psychiatrischen Abteilungen überdurchschnittlich hoch sein kann. Zweiter Fehler: Psychiater mit Psychotherapiegenehmigung unterschätzen den Wert dieser Qualifikation in der Privatpraxis und verhandeln auf dem Niveau eines rein pharmakologisch arbeitenden Psychiaters.

Fazit

Psychiater profitieren vom strukturellen Fachkräftemangel und können durch Psychotherapiegenehmigungen und Gutachtertätigkeiten ein attraktives Gesamteinkommen aufbauen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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