Radiologen arbeiten in einem Fachgebiet, das durch hohe Investitionen in Gerätetechnik und zunehmende Teleradiologie-Möglichkeiten geprägt ist. Die Einkommensmöglichkeiten sind sehr breit: Von tarifgebundenen Klinikverdiensten bis zu Gehaltsanteilen in radiologischen Gemeinschaftspraxen mit mehreren MRT-Geräten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Radiologen in Kliniken verdienen nach TV-Ärzte zwischen 7.500 und 10.500 EUR brutto monatlich; interventionell tätige Radiologen erzielen häufig Zulagen
  • Niedergelassene Radiologen in Apparategemeinschaften erzielen durch die Kombination aus GKV-Befundvolumen und privatärztlichen MRT-Untersuchungen deutlich höhere Nettoeinkommen
  • Teleradiologen können flexibel aus dem Homeoffice Befundungen übernehmen und erzielen dabei Stundensätze von 50 bis 120 EUR

Gehaltsverhandlung speziell für Radiologen

Radiologen in radiologischen Praxen oder MVZ sind durch das Gerätekapital der Einrichtung und das Befundungsvolumen in ihrer Vergütungsposition stark abhängig von der Praxisstruktur. In einer gut ausgelasteten Praxis mit 2 MRT-Geräten und einem CT kann ein Radiologe bei entsprechender Beteiligung Nettoeinkommen von 12.000 bis 20.000 EUR monatlich erzielen. Für diese Beteiligung müssen jedoch klare Gesellschaftsverträge geschlossen und der Einstiegspreis verhandelt werden.

Teleradiologie bietet für Radiologen ein flexibles Zusatzeinkommen: Plattformen wie Medscape Radiology, Teleradiology Solutions oder klinische Kooperationen ermöglichen es, nachts oder an Wochenenden Befundungen zu übernehmen und dafür 50 bis 120 EUR pro Stunde zu verdienen. Interventionell tätige Radiologen (Katheterembolisationen, Stenteinlagen, Thermoablationen) sind für die Einrichtung besonders wertvoll und können Zulagen von 2.000 bis 5.000 EUR monatlich verhandeln.

Worauf Radiologen besonders achten sollten

Radiologen, die in radiologische Praxen einsteigen, sollten Gesellschaftsvertragsregelungen zum Geräteabschreibungsmodell und zum Einstiegspreis genau prüfen. Ärzteversichert empfiehlt, bei der BU-Absicherung für Radiologen die Strahlenschutzexposition und gerätebezogene Berufskrankheiten bei der Risikoeinschätzung anzusprechen.

Typische Fehler bei Radiologen

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen, Teleradiologie-Einnahmen in die Gesamtvergütungsplanung einzubeziehen, obwohl diese regelmäßig und ohne zusätzlichen Investitionsbedarf erzielbar sind. Zweiter Fehler: Radiologen in Kliniken ohne operative Tätigkeiten verhandeln keine Leitungs- oder Koordinationszulagen, obwohl die Befundverantwortung erheblich ist.

Fazit

Radiologen verfügen durch Teleradiologie, Apparatebeteiligung und interventionelle Expertise über sehr unterschiedliche Einkommensmodelle, die eine fundierte Verhandlung erfordern. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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