Sportmediziner rechnen überwiegend privatärztlich ab, da sportmedizinische Leistungen weitgehend aus dem GKV-Leistungskatalog ausgegliedert sind. Leistungsdiagnostik, Sporttauglichkeitsuntersuchungen und Dopingkontrollen bieten erhebliches GOÄ-Honorarpotenzial.
Das Wichtigste in Kürze
- Sporttauglichkeitsuntersuchungen werden als umfangreiche Statusuntersuchungen nach GOÄ-Kapitel A abgerechnet; Sportcheck-Pakete erzielen Honorare von 150 bis 350 EUR
- Spiroergometrische Leistungsdiagnostik (GOÄ 605, 609 und Belastungs-EKG GOÄ 652) erzielen attraktive Privathonorar-Pakete
- Laktatstufentests werden nach GOÄ-Analogziffern abgerechnet, da keine explizite GOÄ-Ziffer existiert
GOÄ-Abrechnung speziell für Sportmediziner
Sportmediziner, die umfangreiche Sportcheck-Untersuchungen durchführen, erstellen Pakete aus GOÄ-Einzelziffern: körperliche Untersuchung (GOÄ 5 oder 8), Ruhe-EKG (GOÄ 650), Belastungs-EKG (GOÄ 652, Einfachsatz 83,59 EUR), Lungenfunktion (GOÄ 605), Körperfettmessung (GOÄ 3 analog). Mit 2,3-fachem Steigerungsfaktor und 45-60 Minuten Zeitaufwand erzielen solche Pakete Honorare von 200 bis 400 EUR.
Spiroergometrie (GOÄ Nr. 609, Einfachsatz 84,33 EUR) ist die Königsdisziplin der sportmedizinischen Diagnostik und erzielt mit 1,8-fachem Faktor 151,79 EUR. Laktat-Stufentests werden nach GOÄ-Analogansatz (analog GOÄ 3716a oder eigenem Analogziffer-Ansatz) abgerechnet; Honorare von 80 bis 150 EUR je nach Protokoll sind marktüblich.
Worauf Sportmediziner besonders achten sollten
Sportmediziner sollten für Sportcheck-Pakete vorab eine transparente Preisliste erstellen und schriftliche Honorarvereinbarungen nach § 2 GOÄ für Leistungen, die über den 3,5-fachen Satz hinausgehen, verwenden. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht für sportmedizinische Tauglichkeitsbeurteilungen zu prüfen, da Freigaben nach Herzerkrankungen ein erhöhtes Haftungsrisiko tragen.
Typische Fehler bei Sportmedizinern
Ein häufiger Fehler ist das Fehlen einer eigenen Analogziffer für den Laktat-Stufentest, weil die Ziffer ohne individuelle Begründung von PKV-Kassen abgelehnt wird. Zweiter Fehler: Sportmediziner setzen die Spiroergometrie zu niedrig an, obwohl der technische Aufwand und die Auswertungszeit höhere Steigerungsfaktoren rechtfertigen.
Fazit
Sportmediziner optimieren die GOÄ-Abrechnung durch strukturierte Sportcheck-Pakete mit begründeten Steigerungsfaktoren und aktuelle Analogansätze für Spezialleistungen wie Laktatdiagnostik. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – GOÄ-Kommentar und Abrechnungshinweise
- KBV – Privatärztliche Abrechnung Sportmedizin
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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