Urologen verfügen durch endoskopische Eingriffe, Krebsdiagnostik und IGeL-Leistungen über ein attraktives GOÄ-Leistungsspektrum. Die korrekte Abrechnung von Zystoskopien, Biopsien und urodynamischen Untersuchungen ist entscheidend für die Praxisrentabilität.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zystoskopien werden nach GOÄ Nr. 1700 abgerechnet (Einfachsatz 37,38 EUR); mit Steigerungsfaktor und bioptischem Zusatz deutlich mehr
  • PSA-Bestimmungen und Prostatakarzinom-Früherkennungsuntersuchungen sind Selbstzahlerleistungen, die nach GOÄ abgerechnet werden
  • Urodynamische Untersuchungen (GOÄ 1789-1793) erzielen attraktive Privathonorar-Pakete bei Inkontinenz-Diagnostik

GOÄ-Abrechnung speziell für Urologen

Urologen rechnen Zystoskopien nach GOÄ Nr. 1700 (Einfachsatz 37,38 EUR) mit dem 2,3-fachen Faktor für 85,97 EUR ab. Wenn eine transurethrale Biopsie entnommen wird, kommt GOÄ Nr. 315 (Biopsie, Einfachsatz 35,53 EUR) hinzu. Eine vollständige diagnostische Zystoskopie mit Biopsie erzielt Honorare von 200 bis 300 EUR.

Prostatastanzbiopsien (transrektal, ultraschallgesteuert) werden nach GOÄ Nr. 316 (Gewebsentnahme durch Stanzbiopsie, Einfachsatz 35,53 EUR) pro Stanzzylinder abgerechnet; bei einer 12-fachen Prostatastanzbiopsie entstehen 12-fache Ansätze. Die Ultraschallsteuerung wird nach GOÄ Nr. 401 (Ultraschall, Einfachsatz 8,10 EUR) zusätzlich angesetzt. PSA-Bestimmungen als IGeL werden nach GOÄ 3908 (Einfachsatz 7,58 EUR) abgerechnet.

Worauf Urologen besonders achten sollten

Urologen sollten bei transurethralen Eingriffen und Biopsien konsequent alle Leistungsbestandteile (Eingriff, Histologie-Anforderung, Aufklärungsgespräch) separat ausweisen. Ärzteversichert empfiehlt, für IGeL-Leistungen (PSA-Screening, Potenzdiagnostik) eine klare Kommunikation der Eigenanteile zu etablieren, da PKV-Kassen nicht alle urolgischen IGeL erstatten.

Typische Fehler bei Urologen

Ein häufiger Fehler ist das Pauschalieren von Prostatastanzbiopsien in einer einzigen Ziffer, statt jeden Stanzzylinder separat nach GOÄ Nr. 316 abzurechnen. Zweiter Fehler: Urologen vergessen bei sonographisch gesteuerten Eingriffen die separate Abrechnung der Ultraschall-Steuerungsleistung (GOÄ 401 oder 403).

Fazit

Urologen erschließen das volle GOÄ-Potenzial durch Einzelabrechnung endoskopischer Ziffern, aller Biopsie-Stanzleistungen und konsequente Sachkostenerfassung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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