Kardiologen sind eine der technologieintensivsten ambulanten Fachrichtungen: Echokardiographen, Belastungs-EKG-Geräte, 24-Stunden-EKG und Langzeitblutdruckmessungen binden erhebliches Kapital. Wer diese Geräte nicht vollständig auslastet und die entsprechenden Abrechnungsziffern nicht konsequent anwendet, wirtschaftet ineffizient.
Das Wichtigste in Kürze
- Technische kardiologische Leistungen wie Echokardiographie (GOP 13545) und Belastungs-EKG (GOP 13251) sind wesentliche Ertragsbausteine und dürfen nicht in der Grundpauschale untergehen
- Kardiologen mit DMP KHK-Betreuung erhalten planbare Zusatzhonorare; bei einem DMP-Kollektiv von 300 Patienten beträgt der jährliche Zusatzertrag 9.600 bis 33.600 EUR
- Die Abrechnung von Herzschrittmacher-Kontrollen (GOP 13561 ff.) und ICD-Nachsorgen außerhalb des Regelleistungsvolumens ist ein weiterer wichtiger Honorarbaustein
Honorar-Optimierung speziell für Kardiologen
Niedergelassene Kardiologen erzielen Jahresumsätze von 400.000 bis 700.000 EUR. Die höheren Umsätze sind typisch für Praxen mit Herzkatheter-Labor oder in Kooperation mit Kliniken, die Voruntersuchungen ambulant erbringen lassen. Im EBM ist die GOP 13545 (Zusatzpauschale für Echokardiographie) mit ca. 59 EUR vergütet; hinzu kommen Zuschläge für Stressechokardiographie, Farbduplex-Echokardiographie und transösophageale Echokardiographie (TEE), die jeweils 30 bis 80 EUR zusätzlich einbringen.
Bei PKV-Patienten rechnen Kardiologen nach GOÄ ab: Eine zweidimensionale Echokardiographie (GOÄ 423) erbringt beim 2,3-fachen Satz 108 EUR; mit Farbdoppler (GOÄ 424) und Stressecho wird die Abrechnung schnell zu einem der lukrativsten Einzeltermine in der kardiologischen Praxis.
Worauf Kardiologen besonders achten sollten
Kardiologen sollten die Geräteauslastung täglich monitoren. Ein unbenutzter Echokardiograph oder ein ausgefallenes Langzeit-EKG-Gerät verursacht Fixkosten ohne Ertrag. Ärzteversichert empfiehlt, im Rahmen des Praxisversicherungskonzepts auch die Elektronikversicherung für kardiologische Messgeräte einzuschließen; Reparaturkosten von 5.000 bis 25.000 EUR bei Geräteausfall sind keine Seltenheit.
Typische Fehler bei Kardiologen
Viele Kardiologen berechnen Langzeit-EKG-Auswertungen (GOP 13253) nicht gesondert, wenn sie von Hausärzten angefordert werden. Als Konsiliarleistung ist diese Abrechnung zulässig und erhöht den Quartalsertrag. Zudem unterschätzen Kardiologen den Wert einer strukturierten Präventionskarte; kardiovaskuläre Risikoberatungen können als IGeL für 60 bis 100 EUR privat abgerechnet werden.
Fazit
Kardiologen mit optimierter Geräteauslastung und vollständiger Abrechnung technischer Leistungen sichern die Wirtschaftlichkeit ihrer kapitalintensiven Praxis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Kardiologie und Abrechnung
- Bundesärztekammer – Weiterbildung Kardiologie
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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