Sportmediziner bieten ein Leistungsspektrum, das weit über die kassenärztliche Versorgung hinausgeht. Leistungsdiagnostik, Tauglichkeitsuntersuchungen und Ernährungsberatung sind typische Selbstzahlerleistungen mit hoher Zahlungsbereitschaft. Wer nur die gesetzlich erstattungsfähigen Leistungen anbietet, verzichtet auf den ertragreichsten Teil des sportmedizinischen Leistungsspektrums.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sportmedizinische Tauglichkeitsuntersuchungen für Leistungssportler und Amateursportler sind Privatleistungen mit 80 bis 250 EUR je Untersuchung
  • Leistungsdiagnostik (Laktattest, Spiroergometrie) ist als IGeL-Leistung für 100 bis 300 EUR pro Untersuchung abrechenbar
  • Vereinsärztliche Tätigkeiten und Mannschaftsarzt-Verträge bieten pauschale Jahresvergütungen von 5.000 bis 50.000 EUR je nach Kader

Honorar-Optimierung speziell für Sportmediziner

Sportmediziner, die als niedergelassene Ärzte tätig sind, haben zwei wesentliche Honorarquellen: die kassenärztliche Grundversorgung (nach EBM) und das breite Privatleistungsfeld der Sportmedizin. Kassenärztliche Leistungen wie Belastungs-EKG (GOP 13251) und Spirometrie (GOP 13650) sind gut vergütet; der eigentliche Wachstumshebel liegt jedoch im Privat- und Selbstzahlerbereich.

Eine Spiroergometrie als Leistungstest bringt als Privatleistung 200 bis 350 EUR; ein Laktatstufentest mit Ausdauerleistungsdiagnostik 120 bis 200 EUR. Sportmedizinische Praxen mit eigenem Laufband oder Ergometer-Labor und einem guten Netzwerk zu Vereinen und Fitness-Studios erzielen durch diese Leistungen 30 bis 50 Prozent ihres Gesamtumsatzes.

Worauf Sportmediziner besonders achten sollten

Sportmediziner, die regelmäßig Sportler bei Wettkämpfen begleiten oder als Mannschaftsarzt tätig sind, sollten die Konditionen dieser Nebentätigkeit sorgfältig vertraglich regeln. Neben der Vergütung ist auch die Haftungsfrage zu klären: Als Mannschaftsarzt haften Sportmediziner für Behandlungsfehler bei Athleten. Ärzteversichert empfiehlt, für diese Nebentätigkeit eine gesonderte Berufshaftpflicht zu prüfen, die Sporteinsätze und Wettkämpfe explizit einschließt.

Typische Fehler bei Sportmediziner

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Preistransparenz gegenüber Sportlerpatienten. Sportmedizinische Leistungen werden oft ohne klare Preisliste angeboten; das führt zu Zahlungsverzögerungen und Unzufriedenheit. Zudem unterschätzen viele Sportmediziner das Potenzial von Kooperationen mit Fitnessstudios und Physiotherapiepraxen, die planbare Überweisungsvolumina und gemeinsame Marketingmöglichkeiten bieten.

Fazit

Sportmediziner, die ihr Privatleistungsangebot strukturiert vermarkten und Kooperationsstrukturen aktiv nutzen, erzielen deutlich über dem KV-Durchschnitt liegende Praxisumsätze. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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