Urologen behandeln ein breites Spektrum von Erkrankungen, das von gutartiger Prostatahyperplasie über Harnsteinleiden bis hin zu onkologischen Erkrankungen reicht. Diese Breite bietet erhebliche Abrechnungsmöglichkeiten, die jedoch nur dann vollständig genutzt werden, wenn die spezifischen urologischen Ziffern konsequent kodiert werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Endoskopische Leistungen wie Zystoskopien (GOP 26311) und Urethrozystoskopien sind gut vergütet und außerhalb des Regelleistungsvolumens abrechenbar
  • PSA-Bestimmungen und prostatakarzinomspezifische Beratungsleistungen sind IGeL-Positionen mit hoher Patientennachfrage und klarem Privatumsatzpotenzial
  • Ambulante urologische Operationen (Vasektomie, Zirkumzision, Stentanlagen) liegen nach AOP-Vertrag außerhalb des KV-Budgets

Honorar-Optimierung speziell für Urologen

Niedergelassene Urologen erzielen Jahresumsätze von 300.000 bis 550.000 EUR. Ein wesentlicher Erlöshebel sind endoskopische Untersuchungen: Eine diagnostische Zystoskopie (GOP 26311) bringt ca. 80 EUR; eine transurethrale Resektion (TUR) nach AOP-Vertrag kann 300 bis 500 EUR einbringen. Urologen mit einem eigenen Zystoskopieraum und hoher Untersuchungsfrequenz steigern ihren Quartalsumsatz erheblich gegenüber Kollegen ohne dieses Equipment.

Prostatakrebsfrüherkennungsleistungen sind eine wichtige IGeL-Quelle: PSA-Bestimmung (GOÄ 3908) plus ärztliche Befundbesprechung können als Privatleistung für 40 bis 60 EUR angeboten werden. Urologen, die ein strukturiertes PSA-Screening-Programm anbieten und Patienten gezielt dazu einladen, können pro Jahr mehrere Hundert Zusatztermine generieren.

Worauf Urologen besonders achten sollten

Urologen sollten die Abrechnung von Infiltrationsanästhesien vor Biopsien (GOP 02360 ff.) nicht vergessen. Diese sind oft zeitkritisch und werden in der Hektik des Praxisalltags nicht kodiert, obwohl sie eigenständig vergütungsfähig sind. Ärzteversichert empfiehlt, für Urologen mit invasiver Tätigkeit und Prostatabiopsie-Programm die Berufshaftpflicht auf ausreichende Deckungssummen zu überprüfen.

Typische Fehler bei Urologen

Ein häufiger Fehler ist die Nichtabrechnung von postoperativen Kontrollen nach ambulanten Eingriffen. Wundkontrolle und Katheterentfernung nach ambulanter Prostatastanzbiopsie sind eigenständige Abrechnungspositionen. Zudem vergessen viele Urologen die Abrechnung von Schockwellenlithotripsie-Leistungen (Nierensteinbehandlung) als extrabudgetäre Leistung, die 200 bis 400 EUR pro Sitzung einbringt.

Fazit

Urologen, die endoskopische Leistungen vollständig abrechnen, IGeL-Screeningprogramme strukturiert anbieten und ambulante Operationen nach AOP-Vertrag nutzen, maximieren ihren Praxisertrag. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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