HNO-Ärzte untersuchen täglich Patienten mit Atemwegsinfekten, Tonsillitiden und Sinusitiden, bei denen eine hohe Aerosolbelastung besteht. Gleichzeitig führen sie endoskopische Eingriffe durch, bei denen kontaminierte Endoskope unmittelbares Infektionsrisiko darstellen. Das Hygienemanagement in der HNO-Praxis muss beide Risikofelder abdecken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flexibel-Endoskope (Nasopharyngoskope, Laryngoskope) sind Hochrisiko-Medizinprodukte; ihre Aufbereitung muss nach den RKI-Empfehlungen für flexible Endoskope erfolgen
  • Bei nasalen und pharyngealen Untersuchungen besteht erhöhtes Aerosolrisiko; Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Masken sowie Augenschutz sind für das Personal Pflicht
  • Audiometriekopfhörer und Ohrstücke müssen zwischen Patienten gereinigt und desinfiziert werden; Einmalschaumstoffstöpsel sind zu bevorzugen

Hygienemanagement speziell für HNO-Ärzte

Die Aufbereitung von Nasopharyngoskopen ist eine der häufigsten Hygienedefizite in HNO-Praxen, die bei Begehungen durch Gesundheitsbehörden beanstandet werden. Ein flexibles Endoskop gilt als "semikritisches Medizinprodukt B" und muss nach RKI-Einstufung durch eine validiertethermische oder chemische Desinfektion aufbereitet werden. Die einfache Abwischdesinfektion ist für Endoskope unzureichend; ein Tauchdesinfektionsverfahren oder eine automatisierte Aufbereitung im Reinigungs-Desinfektionsautomaten ist erforderlich.

Für ambulante HNO-Operationen (Tonsillektomie, Septumplastik) gelten dieselben OP-Hygienestandards wie in der allgemeinen Chirurgie. Der spezifische Aspekt in der HNO ist die Aerosolbildung beim Arbeiten in den oberen Atemwegen; FFP2- oder FFP3-Masken für das gesamte OP-Team sind bei luftübertragbaren Erregern (z.B. Tuberkulose) obligat.

Worauf HNO-Ärzte besonders achten sollten

HNO-Ärzte sollten den Hygieneplan für Endoskope separat vom allgemeinen Hygieneplan führen und regelmäßig aktualisieren. Änderungen der Endoskop-Modelle oder der Desinfektionsmittel erfordern eine Neuvalidierung der Aufbereitungsverfahren. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht auf spezifische Deckung für Endoskopkomplikationen und Infektionsübertragungen zu prüfen.

Typische Fehler bei HNO-Ärzte

Ein häufiger Fehler ist die mangelnde Lagerung aufbereiteter Endoskope. Endoskope, die nach der Aufbereitung in ungeeigneten Behältern oder liegend gelagert werden, können rekontaminiert werden. Korrekte Lagerung im vertikalen Hängekasten mit Belüftung ist Standard. Ein weiterer Fehler betrifft das Personal: Nicht geschulte Mitarbeiter führen die Endoskopaufbereitung fehlerhaft durch; regelmäßige Schulung ist Pflicht.

Fazit

HNO-Ärzte, die ihre flexiblen Endoskope nach validierten Verfahren aufbereiten und Aerosolschutzmaßnahmen konsequent einhalten, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und schützen Patienten sowie Personal. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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