Internisten behandeln häufig multimorbide, ältere oder immunsupprimierte Patienten, die besonders infektionsanfällig sind. Gleichzeitig führen fachärztliche Internisten invasive Eingriffe wie Gastroskopien, Koloskopien und Punktionen durch, bei denen Endoskop-assoziierte Infektionen zu den dokumentierten Risiken gehören. Das Hygienemanagement in der internistischen Praxis muss beide Aspekte berücksichtigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Flexible Gastrointestinalendoskope (Gastroskope, Koloskope) sind Hochrisiko-Medizinprodukte und müssen nach RKI-Richtlinien thermisch oder chemisch desinfiziert werden
  • Praxen mit Infusionstherapie (Eiseninfusion, Immuntherapie) müssen strikte Asepsemaßnahmen bei der Zubereitung und Applikation einhalten
  • Chronisch kranke Risikopatienten (Diabetiker, Dialysepatienten) benötigen besondere Hygienemaßnahmen; MRSA-Screening sollte für diese Gruppe protokolliert sein

Hygienemanagement speziell für Internisten

Internisten mit Endoskopiebetrieb müssen einen spezifischen Reinigungsraum für Endoskope vorhalten, der räumlich von den Untersuchungsräumen getrennt ist. Die manuelle Vorreinigung des Endoskops unmittelbar nach dem Einsatz (innerhalb von 30 Minuten) ist entscheidend, um Proteinfixierung und Biofilmbildung zu verhindern. Danach folgt die thermische Desinfektion im automatisierten Reinigungs-Desinfektionsautomaten (RDA); ein Nachweis der Validierung des RDA-Prozesses muss vorliegen.

Bei Infusionstherapien muss die Zubereitung von Infusionslösungen in einem dafür vorgesehenen sauberen Bereich erfolgen. Alle verwendeten Infusionsmaterialien müssen Einmalprodukte sein; Mehrwegleitungen sind für die intravenöse Infusion nicht zulässig. Die Kühlkette für temperaturempfindliche Infusionspräparate (z.B. Eisen-III-Derivate, Biologika) muss bis zur Applikation lückenlos gewährleistet sein.

Worauf Internisten besonders achten sollten

Internisten sollten die Trennung von "sauber" und "unsauber" in der Praxis konsequent räumlich umsetzen. Der Bereich für die Endoskopaufbereitung und der Bereich für die Vorbereitung von Infusionen dürfen nicht in demselben Raum liegen. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht auf spezifische Deckung für endoskopische Komplikationen und Infektionsübertragungen zu überprüfen.

Typische Fehler bei Internisten

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Chargenprüfung bei der Endoskopaufbereitung. Jeder Aufbereitungszyklus muss mit Chargennummer, Datum, Uhrzeit und verantwortlichem Mitarbeiter dokumentiert werden; fehlende Protokolle sind bei Ausbrüchen eine Hauptschwachstelle in der Rückverfolgung. Ein weiterer Fehler betrifft die Händehygiene beim Rollenwechsel zwischen Untersuchung und Dokumentation: Die Tastatur des Patientenverwaltungssystems ist ein häufiger Kontaminationsträger.

Fazit

Internisten, die ihre Endoskopaufbereitung nach validierten Verfahren dokumentieren und Infusionsbereiche hygienisch sauber halten, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen und schützen ihre Patienten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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