Onkologen betreuen Patienten unter Chemotherapie oder Immuntherapie, die oft eine schwere Immunsuppression aufweisen. Neutropenische Patienten mit weniger als 500 neutrophilen Granulozyten pro Mikroliter sind gegenüber Pilzen und opportunistischen Keimen extrem anfällig. In der onkologischen Praxis ist konsequentes Hygienemanagement buchstäblich überlebenswichtig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Schwer immunsupprimierte Patienten dürfen nicht in einem gemeinsamen Wartezimmer mit infektiösen Patienten sitzen; eine zeitliche oder räumliche Trennung ist Pflicht
  • Zytostatika-Zubereitungen müssen unter einer zertifizierten Sicherheitswerkbank (Klasse II) durchgeführt werden; das schützt sowohl den Patienten als auch das zubereitende Personal
  • Handschuhe und Kittel beim Handling von Zytostatika sind aus Personalschutzgründen Pflicht; kontaminierte Materialien müssen als Sondermüll entsorgt werden

Hygienemanagement speziell für Onkologen

Die Zubereitung von Zytostatika ist ein Spezialfall im Hygienemanagement, der nicht nur Infektionsschutz, sondern auch Personalschutz und Umweltschutz umfasst. Zytostatika-Zubereitungen dürfen nur unter einer validierten Sicherheitswerkbank (Klasse IIA oder IIB) durchgeführt werden. Die Person, die Zytostatika zubereitet, muss doppelte Einmalhandschuhe, einen Schutzmantel, Mund-Nasen-Schutz und ggf. Augen-/Gesichtsschutz tragen.

Für immunsupprimierte Patienten in der Praxis gelten erhöhte Hygieneanforderungen: Alle Personen im Behandlungsraum sollten frisch desinfizierte Hände haben; neutropenische Patienten sollten nicht neben anderen Patienten mit Atemwegssymptomen sitzen. Blumen und Pflanzen im Wartebereich sind für immunsupprimierte Patienten ein Infektionsrisiko und sollten entfernt werden.

Worauf Onkologen besonders achten sollten

Onkologen sollten regelmäßige Schulungen für das gesamte Praxispersonal im Umgang mit Zytostatika durchführen. Neben dem Hygieneaspekt müssen die Mitarbeiter über das Gefahrenpotenzial von Zytostatika für reproduktive Gesundheit informiert sein; schwangere Mitarbeiterinnen dürfen nicht mit Zytostatika in Kontakt kommen. Ärzteversichert empfiehlt, für onkologische Praxen eine Umwelthaftpflicht und eine umfassende Berufshaftpflicht zu prüfen.

Typische Fehler bei Onkologen

Ein häufiger Fehler ist die Zubereitung von Zytostatika in normalen Vorbereitungsräumen ohne Sicherheitswerkbank. Dies gefährdet das Personal durch Aerosolbildung beim Öffnen von Zytostatika-Ampullen. Ein weiterer Fehler betrifft den Transport von zubereiteten Zytostatika-Infusionen ohne geschlossene, rutschfeste Behälter; Spills im Gang oder auf der Infusionsliege erfordern spezielle Dekontaminationsprotokolle.

Fazit

Onkologen, die Zytostatika-Sicherheitsstandards und Isolationsmaßnahmen für immunsupprimierte Patienten konsequent umsetzen, schützen ihre Patienten und ihr Personal. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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