Orthopäden führen täglich Injektionen in Gelenke und Weichteile durch, bei denen eine Kontamination der Gelenkflüssigkeit schwerwiegende septische Arthritis verursachen kann. Eine iatrogene Gelenkinfektion nach einer einfachen Kniegelenkinjektion hat langwierige Folgen und führt regelmäßig zu Haftpflichtansprüchen gegen den behandelnden Arzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Intraartikuläre Injektionen müssen unter strikt aseptischen Bedingungen mit alkoholischer Hautantisepsis und Einmalkanülen durchgeführt werden
- Die Aufbereitung von Ultraschallköpfen, die bei geführten Injektionen eingesetzt werden, muss eine validierte Desinfektion zwischen Patienten umfassen
- Verbandswechsel und Wundversorgung in der Orthopädie erfordern sterile Verbandsmaterialien und dokumentierte Wundversorgungsprotokolle
Hygienemanagement speziell für Orthopäden
Orthopäden, die intraartikuläre Injektionen durchführen, müssen für jede Injektion eine neue Einmalkanüle und eine frische Einmalspritze verwenden. Die Injektionsstelle muss mit einem alkoholhaltigen Hautantiseptikum behandelt werden; die Einwirkzeit von mindestens 60 Sekunden muss eingehalten werden, bevor die Nadel eingeführt wird. Der Arzt muss Einmalhandschuhe tragen; eine sterile Abdeckung der Injektionsstelle ist bei großen Gelenken (Hüfte, Knie) empfohlen.
Bei sonographisch gesteuerten Injektionen muss der Ultraschallkopf nach jeder Untersuchung desinfiziert werden. Die Verwendung von Einmalabdeckfolien für den Ultraschallkopf ist bei Injektionen in infektionsgefährdete Bereiche zusätzlich empfohlen. Kontaktgel für Ultraschall muss nach jeder Untersuchung von der Haut des Patienten entfernt werden; Mehrdosengel-Behälter können kontaminiert werden.
Worauf Orthopäden besonders achten sollten
Orthopäden sollten die Aufbereitung von Akupunkturnadeln überprüfen. In der Orthopädie wird Akupunktur zunehmend eingesetzt; Einmalakupunkturnadeln sind Pflicht, da Mehrwegnadeln nach einmaligem Einsatz nicht mehr ausreichend steril sind. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht für orthopädische Injektionen auf ausreichende Deckungssummen zu überprüfen; septische Arthritis nach Gelenkinjektion kann zu monatelangen Krankenhausaufenthalten und bleibenden Schäden führen.
Typische Fehler bei Orthopäden
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Reinigung der Haut vor intraartikulären Injektionen. Oberflächlicher Hautschmutz und Schweißreste reduzieren die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels erheblich; die Haut muss sichtbar sauber sein, bevor desinfiziert wird. Ein weiterer Fehler betrifft die Verwendung von Mehrfachinjektionen aus einer Ampulle: Wenn eine Kanüle bereits in die Ampulle eingetaucht war, ist die Ampulle kontaminiert und darf nicht für einen weiteren Patienten verwendet werden.
Fazit
Orthopäden, die aseptische Injektionstechniken konsequent einhalten und Ultraschallzubehör korrekt desinfizieren, minimieren das Risiko iatrogener Gelenkinfektionen erheblich. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Orthopädie und Hygienerichtlinien
- Bundesgesundheitsministerium – Infektionsschutz bei ambulanten Eingriffen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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