Palliativmediziner betreuen Schwerstkranke häufig in häuslicher Umgebung, in Hospizen oder auf Palliativstationen. Das Hygienemanagement in diesen Settings unterscheidet sich erheblich von dem in einer regulären Praxis: Es gibt keine sterile Umgebung im klinischen Sinne, gleichzeitig sind die Patienten durch ihre Erkrankung und eventuelle Chemotherapie oder Immunsuppression besonders infektionsanfällig.

Das Wichtigste in Kürze

  • Palliativen Hausbesuchen muss ein mobiles Hygieneset mitgenommen werden: Händedesinfektionsmittel, Einmalhandschuhe, Einmalinstrumente und stichsichere Entsorgungsbehälter
  • Subkutane Portanlagen und Schmerzpumpen sind häufige invasive Hilfsmittel in der Palliativmedizin; deren Pflege und Verbandswechsel erfordern aseptische Technik
  • Sterbende Patienten können an multiresistenten Erregern besiedelt sein; MRSA-Screeningergebnisse müssen bekannt sein und das Hygieneverhalten muss entsprechend angepasst werden

Hygienemanagement speziell für Palliativmediziner

Palliativmediziner, die im Rahmen der SAPV tätig sind, besuchen Patienten in sehr unterschiedlichen häuslichen Situationen. Die hygienischen Bedingungen im Haushalt variieren erheblich; Palliativärzte müssen in der Lage sein, aseptische Bedingungen auch unter suboptimalen Rahmenbedingungen herzustellen. Dazu gehört das Mitführen einer eigenen Hygieneausrüstung: alkoholisches Händedesinfektionsmittel, Einmalhandschuhe in verschiedenen Größen, saubere Ablageflächen und stichsichere Entsorgungsbehälter.

Subkutane Ports und Schmerzpumpen (PCA-Pumpen) sind bei Palliativpatienten häufig. Der Verbandswechsel an Ports muss unter aseptischen Bedingungen mit sterilen Verbandsmaterialien erfolgen; die Hände müssen vorher desinfiziert werden. Beschädigte oder verrutschte Portverbände müssen sofort gewechselt werden, da sie Eintrittsporten für Bakterien sind.

Worauf Palliativmediziner besonders achten sollten

Palliativmediziner sollten sicherstellen, dass pflegende Angehörige über grundlegende Hygienemaßnahmen informiert werden. Angehörige, die den Verbandswechsel oder die Portpflege übernehmen, benötigen eine klare, verständliche Anleitung zur Händehygiene und zur Materialvorbereitung. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht für den SAPV-Kontext zu überprüfen, da Hausbesuche Haftungsrisiken in fremden Wohnumgebungen mit sich bringen.

Typische Fehler bei Palliativmediziner

Ein häufiger Fehler ist die Wiederverwendung von Handschuhen im häuslichen Setting. Im Haushalt des Patienten fühlt sich die Situation informell an; dennoch dürfen Einmalhandschuhe nicht ausgezogen und wieder angezogen werden. Ein weiterer Fehler betrifft den Verbleib von Schmerzmitteln und Betäubungsmitteln nach dem Tod des Patienten: BtM-Reste müssen korrekt entsorgt und dokumentiert werden.

Fazit

Palliativmediziner, die auch unter häuslichen Bedingungen konsequent aseptisch arbeiten und ihr Team in mobiler Hygiene schulen, schützen ihre Patienten in der vulnerabelsten Phase ihres Lebens. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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