Radiologische Praxen behandeln täglich viele Patienten auf denselben MRT- und CT-Liegen, mit denselben Kontrastmittelinjektionssystemen und an denselben Gerätebedienfeldern. Obwohl Radiologen selbst selten direkte invasive Handgriffe durchführen, sind die hohen Patientenzahlen und die gemeinsame Nutzung von Geräten und Räumen ein erhebliches Übertragungsrisiko.

Das Wichtigste in Kürze

  • Untersuchungsliegen in CT, MRT und Röntgenräumen müssen nach jedem Patienten mit einem zugelassenen Flächendesinfektionsmittel desinfiziert werden; besonders unter Laken und Folien lagern sich Keime an
  • Kontrastmittelinjektionssysteme müssen für jeden Patienten neu aufgebaut werden; Mehrwegleitungen sind nicht zulässig
  • Für CT-gesteuerte Biopsien und Drainageanlagen gelten vollständige OP-Hygienebedingungen

Hygienemanagement speziell für Radiologen

Radiologische Praxen mit hohem Patientendurchsatz sind besonders auf ein effizientes Flächendesinfektionskonzept angewiesen. Untersuchungsliegen werden von 30 bis 50 Patienten täglich genutzt; zwischen jedem Patienten muss die Liegefläche mit einem viruziden Flächendesinfektionsmittel abgewischt werden. Einmalpapierbezüge ersetzen diese Desinfektion nicht, da Hautschuppen und Körperflüssigkeiten auf die Liegefläche gelangen können.

Für interventionelle radiologische Eingriffe (CT-gesteuerte Biopsie, Drainage, Vertebroplastie) gelten vollständige OP-Hygienebedingungen: alkoholische Händedesinfektion, sterile Handschuhe, sterile Abdeckung des Punktionsbereichs, Einmalmaterialien. Der Untersuchungsraum muss vor solchen Eingriffen vollständig desinfiziert werden. In einigen Praxen werden interventionelle Eingriffe in einem dedizierten Interventionsraum mit höheren Hygienestandards durchgeführt.

Worauf Radiologen besonders achten sollten

Radiologen sollten die Desinfektion von Gerätebedienfeldern, Computertastaturen und Joysticks in den Hygieneplan einschließen. Diese werden zwischen Patienten häufig mit Handschuhen berührt und dann ohne Handschuhe bedient; ohne regelmäßige Desinfektion sind sie Hauptkontaminationsträger. Ärzteversichert empfiehlt, für radiologische Praxen eine umfassende Berufshaftpflicht zu wählen, die auch Komplikationen nach interventionellen Eingriffen abdeckt.

Typische Fehler bei Radiologen

Ein häufiger Fehler ist die Wiederverwendung von Kontrastmittelinjektionssystemen zwischen Patienten. Automatische Kontrastmittelinjektoren haben patientenindividuelle Einmalkomponenten, die nach jedem Patienten gewechselt werden müssen; eine Wiederverwendung auch von scheinbar "sauberen" Teilen ist unzulässig. Ein weiterer Fehler betrifft MRT-Spulen: Diese kommen direkt mit dem Körper des Patienten in Kontakt und müssen nach jedem Einsatz desinfiziert werden.

Fazit

Radiologen, die ein konsequentes Flächendesinfektionskonzept umsetzen und bei interventionellen Eingriffen vollständige OP-Hygienebedingungen herstellen, minimieren Infektionsrisiken in ihrer hochtechnisierten Praxis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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