Sportmediziner untersuchen Patienten, die durch schweiß­intensive körperliche Aktivität häufig Infektionen mit Dermatophyten, Staphylococcus aureus und viralen Hautinfektionen aufweisen. Im Wettkampfumfeld als Mannschaftsarzt arbeiten Sportmediziner unter Zeitdruck und räumlich beengten Bedingungen, was das Einhalten von Hygienestandards besonders herausfordernd macht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Untersuchungsliegen in der sportmedizinischen Praxis müssen nach jedem Patienten desinfiziert werden; Sportler bringen nach dem Training schweißgetränkte Haut mit, die ideale Keimbedingungen schafft
  • Im Wettkampfeinsatz als Mannschaftsarzt müssen Verbandskoffer mit Einmalmaterialien bestückt sein; geteilte Verbandsmaterialien im Mannschaftskoffer sind ein Übertragungsrisiko
  • Dopingkontrollblutentnahmen erfordern dieselben Hygienestandards wie reguläre Blutentnahmen

Hygienemanagement speziell für Sportmediziner

Sportmediziner behandeln häufig Verletzungen im Wettkampfumfeld, wo sterile Bedingungen nicht immer möglich sind. Dennoch gilt: Wundversorgung nach Schürfwunden, Stichverletzungen oder Prellungen muss so hygienisch wie möglich erfolgen. Der Mannschaftsarzt-Koffer muss desinfizierbare Oberflächen haben und regelmäßig mit frischen Einmalmaterialien aufgefüllt werden.

In der Praxis für Sportmedizin sind Ergometer, Laufbänder und Belastungstests Quellen von Schweiß und Körperkontakt. Alle Griff- und Kontaktflächen von Trainingsgeräten müssen nach jedem Patienten desinfiziert werden; ein Einmal-Handtuch für jeden Patienten auf dem Gerät reduziert die Übertragung zusätzlich. Spiroergometrie-Mundstücke müssen als Einmalmundstücke gehandhabt oder nach validierten Verfahren aufbereitet werden.

Worauf Sportmediziner besonders achten sollten

Sportmediziner sollten im Mannschaftseinsatz darauf achten, dass kein Trinkwasser, kein Verbandsmaterial und keine Injektionsmaterialien zwischen verschiedenen Athleten geteilt werden. Im Profisport ist die Versuchung hoch, unter Druck schnell zu handeln; dennoch muss jede Injektion (z.B. Schmerzmittelinfiltration) mit frischem Material durchgeführt werden. Ärzteversichert empfiehlt, für den Mannschaftsarzt-Einsatz eine eigenständige Berufshaftpflicht zu prüfen, die auch Wettkampfeinsätze abdeckt.

Typische Fehler bei Sportmediziner

Ein häufiger Fehler ist die Verwendung desselben Desinfektionssprays für verschiedene Athleten ohne zwischenzeitliche Desinfektion des Sprühkopfes. Im Taping-Bereich einer Sportveranstaltung kommen viele Athleten in schneller Folge; geteilte Desinfektionsflaschen und Scheren sind häufige Übertragungsquellen. Ein weiterer Fehler betrifft die Wundabdeckung: Aufgeklebte Wundverbände dürfen auf dem Spielfeld nicht recycelt werden; aufgefallene Verbände müssen neu aus sterilem Material angelegt werden.

Fazit

Sportmediziner, die sowohl in der Praxis als auch im Wettkampfumfeld konsequent Einmalmaterialien verwenden und Kontaktflächen desinfizieren, schützen ihre Athleten und sich selbst. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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