Augenärzte sind führend bei IGeL-Umsätzen unter allen Fachrichtungen. Das Bundesministerium für Gesundheit schätzt, dass Augenärzte mehr IGeL-Leistungen anbieten als jede andere Fachgruppe. Der Grund liegt in der Vielzahl von Leistungen, die zwar präventiv oder komfortorientiert sinnvoll sind, aber nicht von der GKV übernommen werden.
Das Wichtigste in Kürze
- OCT (Optische Kohärenztomographie) zur Glaukom-Früherkennung und Makula-Diagnostik außerhalb von Kassenindikationen: 50 bis 80 EUR je Untersuchung
- Glaukoms-Vorsorge mit erweiterter Druckmessung und Gesichtsfeldtest als IGeL-Paket für 60 bis 100 EUR ist einer der häufigsten IGeL-Anbieter in Augenarztpraxen
- Kontaktlinsenanpassung und Brillenrezept-Aktualisierung für Selbstzahler sind IGeL-Felder mit zuverlässiger Patientennachfrage
IGeL-Leistungen speziell für Augenärzte
Augenärzte bieten das breiteste IGeL-Spektrum unter allen Fachrichtungen. Das meistgebuchte IGeL-Paket ist die erweiterte Glaukomvorsorge: Augendruckmessung (Tonometrie), Gesichtsfelduntersuchung und OCT-Papillenanalyse werden als Paket für 60 bis 120 EUR angeboten. Bei einer Praxis mit 50 IGeL-Patienten pro Woche für dieses Paket ergibt das einen wöchentlichen Zusatzumsatz von 3.000 bis 6.000 EUR.
Ein weiteres wichtiges IGeL-Feld ist die Myopie-Kontrolle bei Kindern. Spezielle Kontaktlinsen (Orthokeratologie-Linsen) und Brillengläser zur Myopie-Progression-Kontrolle werden von GKV nicht erstattet und können für 200 bis 600 EUR pro Behandlungsjahr als Privatleistung angeboten werden. Eltern sind für diese Leistung hoch motiviert; entsprechend ist die Abschlussquote bei aufgeklärten Familien hoch.
Worauf Augenärzte besonders achten sollten
Augenärzte müssen das schriftliche IGeL-Angebot so gestalten, dass Patienten den Unterschied zwischen GKV-Leistung und IGeL-Leistung klar verstehen. Das IGeL-Marker-System des IGeL-Monitors bewertet einige Augen-IGeL kritisch; Augenärzte sollten die Evidenzlage kennen und die Patienten informiert entscheiden lassen. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht auf Deckung für IGeL-Komplikationen zu überprüfen.
Typische Fehler bei Augenärzte
Ein häufiger Fehler ist der fehlende schriftliche IGeL-Vertrag. Viele Augenarztpraxen bieten OCT oder Gesichtsfeldtest als selbstverständlichen Standard an, ohne den Patienten vorab schriftlich zu informieren und die Einwilligung einzuholen. Der IGeL-Monitor und Verbraucherschutzbehörden haben dies als häufiges Problem dokumentiert. Ein weiterer Fehler ist die Kombination der IGeL-Abrechnung mit GKV-Ziffern im selben Quartal für dieselbe Indikation.
Fazit
Augenärzte, die ihr IGeL-Portfolio transparent, rechtssicher und evidenzbasiert anbieten, erzielen erhebliche Zusatzumsätze ohne Patientenvertrauen zu gefährden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – IGeL und Abrechnung
- Bundesärztekammer – GOÄ und IGeL-Regelungen für Augenärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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