Dermatologen bieten nach Augenärzten das breiteste IGeL-Spektrum aller Fachrichtungen. Die Haut ist das einzige Organ, das für Ästhetik und Selbstwahrnehmung eine zentrale Rolle spielt; entsprechend hoch ist die Zahlungsbereitschaft für Privatleistungen, die das Erscheinungsbild verbessern oder Hautprobleme über das GKV-Standardangebot hinaus behandeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Ästhetische Behandlungen (Botox, Filler, Laserbehandlungen) sind klassische Dermatologen-IGeL mit Umsätzen von 150 bis 800 EUR je Behandlung
- Erweitertes Hautkrebsscreening mit vollständiger Dermatoskopie aller Pigmentmale (nicht nur Risikobereiche) ist eine stark nachgefragte IGeL für 30 bis 60 EUR
- Photodynamische Therapie zur Akne- und Hautverjüngungsbehandlung als Nicht-GKV-Indikation bringt 120 bis 300 EUR je Sitzung
IGeL-Leistungen speziell für Dermatologen
Dermatologen haben das vielleicht breiteste und profitabelste IGeL-Portfolio aller Fachrichtungen. Im ästhetischen Bereich sind Botulinum-Toxin-Injektionen für Falten (150 bis 400 EUR je Behandlungsareal), Hyaluronsäure-Filler (250 bis 600 EUR je Spritze) und Laser-Haarentfernung (80 bis 200 EUR je Sitzung) die umsatzstärksten Einzelleistungen.
Im medizinisch-präventiven Bereich ist das erweiterte Hautkrebsscreening sehr beliebt: Dermatologen bieten eine vollständige dermatoskopische Untersuchung aller Pigmentmale am gesamten Körper für 30 bis 60 EUR an. Bei einer Praxis mit 30 derartigen IGeL-Screenings pro Woche summiert sich das auf 900 bis 1.800 EUR wöchentlich aus dieser einen Leistung.
Worauf Dermatologen besonders achten sollten
Dermatologen mit ästhetischem Schwerpunkt sollten ihre Preislisten für ästhetische Leistungen regelmäßig überprüfen und an den Markt anpassen. Die Zahlungsbereitschaft für hochwertige Behandlungen ist hoch; Preise unter Marktniveau signalisieren Qualitätszweifel. Ärzteversichert empfiehlt, für ästhetische Eingriffe eine eigenständige Berufshaftpflicht abzuschließen, da diese ein anderes Risikoprofil als medizinisch indizierte Eingriffe haben.
Typische Fehler bei Dermatologen
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Aufklärung über Komplikationen bei Filler-Injektionen. Biofilm-assoziierte Spätinfektionen nach Hyaluron-Injektionen können Monate nach der Behandlung auftreten; Patienten müssen über dieses Risiko informiert und die Aufklärung dokumentiert werden. Ein weiterer Fehler betrifft die fehlende Nachsorge für Laserbehandlungen: Patienten ohne klare Nachsorge-Anweisungen bei Sonneneinstrahlung riskieren Hyperpigmentierungen.
Fazit
Dermatologen, die ihr ästhetisches und präventives IGeL-Portfolio strukturiert und rechtssicher anbieten, gehören zu den wirtschaftlich erfolgreichsten niedergelassenen Ärzten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – GOÄ und ästhetische IGeL
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – IGeL und Privatleistungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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