Gynäkologen bieten einige der nachgefragtesten IGeL-Leistungen in der ambulanten Medizin an. Schwangere Frauen und Frauen mit Kinderwunsch sind besonders bereit, für Leistungen zu zahlen, die über den GKV-Standard hinausgehen, da es um ihre eigene Gesundheit und die ihrer Kinder geht. Dies macht die Gynäkologie zu einem der IGeL-stärksten Fachbereiche.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erweiterte Pränataldiagnostik (Ersttrimestertest, NIPT ohne Risikoindikation, Feinultraschall) ist das IGeL-Kernfeld für Gynäkologen mit Schwerpunkt Geburtshilfe
  • HPV-Test als Selbstzahlerleistung für Frauen unter 35 Jahren (nicht GKV-erstattungsfähig) und erweiterte Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sind stark nachgefragt
  • Vaginalsonographie zur Kontrolle der Ovarien bei Frauen ohne Beschwerden ist eine IGeL mit hoher Akzeptanz für 30 bis 50 EUR

IGeL-Leistungen speziell für Gynäkologen

Der Ersttrimestertest (kombinierter Erst-Trimester-Test aus Nackenfaltenmessung plus Bluttest auf PAPP-A und freies Beta-hCG) ist für Risikoschwangerschaften GKV-Leistung; für alle anderen Schwangeren ist er IGeL. Der Preis liegt bei 130 bis 250 EUR; bei einer Praxis mit 100 Schwangeren pro Quartal und einer Akzeptanzrate von 70 Prozent ergibt das 9.100 bis 17.500 EUR Quartals-IGeL allein aus diesem Test.

Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT, z.B. PraenaTest) für Schwangere ohne Risikofaktor ist eine weitere IGeL-Leistung der Spitzenklasse. Der Test analysiert fetale DNA im mütterlichen Blut auf chromosomale Anomalien; der Preis liegt bei 200 bis 350 EUR. Für Patientinnen mit hoher Nachfrage nach sicherer Pränataldiagnostik ist dieser Test eine Alternative zur invasiven Amniozentese.

Worauf Gynäkologen besonders achten sollten

Gynäkologen müssen bei pränatalen IGeL-Leistungen besonders sorgfältig über Grenzen und Risiken aufklären. Ein NIPT, der ein normales Ergebnis zeigt, schließt Chromosomenstörungen nicht vollständig aus; die Patientinnen müssen dies verstehen. Ärzteversichert empfiehlt, die Berufshaftpflicht für pränatale Diagnostik auf ausreichende Deckung zu überprüfen, da Fehlinterpretationen von Befunden zu erheblichen Haftungsfolgen führen können.

Typische Fehler bei Gynäkologen

Ein häufiger Fehler ist das Anbieten von pränatalen IGeL-Tests ohne ausreichende Aufklärung über die Aussagekraft und die Grenzen der Methode. Patienten, die nach einem normalen NIPT-Ergebnis ein Kind mit Down-Syndrom gebären, können auf Schadensersatz klagen, wenn die Aufklärung über die Fehlerrate des Tests unzureichend war. Ein weiterer Fehler betrifft die Abrechnung: HPV-Tests bei Frauen unter 35 Jahren müssen als Privatleistung (GOÄ) korrekt abgerechnet werden.

Fazit

Gynäkologen mit einem strukturierten pränatalen und präventiven IGeL-Angebot sind unter den wirtschaftlich stärksten niedergelassenen Fachärzten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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