Internisten haben durch ihr breites Krankheitsspektrum und ihren direkten Zugang zu diagnostischen Geräten ein vielfältiges IGeL-Portfolio. Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups über das GKV-Angebot hinaus sind der Kern des internistischen IGeL-Angebots, das von gesundheitsbewussten Patienten stark nachgefragt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Erweiterter internistischer Check-up (großes Blutbild, Tumormarker, Schilddrüsenwerte, EKG, Lungenfunktion) als Paket für 100 bis 250 EUR ist das häufigste internistische IGeL-Angebot
- Ultraschall-Abdomenscreening (Aorta, Leber, Nieren, Milz) als Vorsorge ohne GKV-Indikation ist für 60 bis 100 EUR privat abrechenbar
- Ernährungsmedizinische Beratung, Mikronährstoff-Analysen und individuelles Präventionsprogramm über das Kassenleistungsniveau hinaus sind wachsende IGeL-Felder
IGeL-Leistungen speziell für Internisten
Internisten können den erweiterten Gesundheits-Check-up als ihr Flaggschiff-IGeL-Produkt entwickeln. Der GKV-Check-up (alle drei Jahre ab 35 Jahren) deckt Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin und Urintest ab; der internistische IGeL-Check-up erweitert das Spektrum auf Tumormarker (CEA, CA 125, PSA, AFP), Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4), Vitamin-D-Status und Mikrobiom-Analysen. Als Paket angeboten für 150 bis 250 EUR spricht er ein breites gesundheitsbewusstes Patientensegment an.
Die Abdomensonographie als IGeL-Screening (ohne akute Beschwerden) bietet eine schnelle, strahlungsfreie Übersicht über Bauchorgane. Ein Screening-Ultraschall für Aortenaneurysma, Leberzysten oder Gallensteine (ohne GKV-Indikation) kostet als Privatleistung 60 bis 100 EUR und ist in wenigen Minuten durchführbar. Bei einem Internisten mit eigenem Ultraschallgerät und zehn IGeL-Ultraschalluntersuchungen pro Woche ergibt das 600 bis 1.000 EUR wöchentliche Zusatzeinnahmen.
Worauf Internisten besonders achten sollten
Internisten sollten die Evidenzlage für Tumormarker als IGeL-Screening kennen. Tumormarker haben als allgemeine Vorsorge für asymptomatische Patienten eine geringe Spezifität und führen häufig zu Zufallsbefunden und Folgeuntersuchungen; Patienten müssen über diesen Sachverhalt aufgeklärt werden. Ärzteversichert empfiehlt, das IGeL-Angebot auf evidenzbasierte Leistungen zu konzentrieren.
Typische Fehler bei Internisten
Ein häufiger Fehler ist die fehlende Patientenkommunikation über den Unterschied zwischen IGeL-Screening und GKV-Vorsorge. Patienten gehen oft davon aus, dass alle Untersuchungen beim Internisten durch die GKV bezahlt werden; überraschende IGeL-Rechnungen führen zu Misstrauen und Beschwerden. Ein strukturiertes Aufklärungsgespräch vor dem Check-up verhindert diese Situation.
Fazit
Internisten, die einen erweiterten Check-up als strukturiertes IGeL-Paket anbieten und transparent kommunizieren, erzielen erhebliche Zusatzeinnahmen von einem motivierten Patientensegment. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – GOÄ und Check-up als IGeL
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – GKV-Vorsorge und IGeL-Abgrenzung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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