Onkologen gehören zu den Fachärzten mit der höchsten psychischen Belastung und gleichzeitig einem überdurchschnittlichen Einkommen: Die Begleitung schwerkranker und sterbender Patienten fordert emotional erheblich, während die Abrechnung von Chemotherapie-Präparaten und Biologika erhebliche Umsätze generiert. Die Altersvorsorge muss deshalb nicht nur finanziell, sondern auch in Bezug auf Flexibilität und frühen Ruhestand geplant werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedergelassene Onkologen erzielen Jahresüberschüsse von 200.000 bis 500.000 EUR, was eine ambitionierte Immobilienstrategie ermöglicht.
- Die psychische Belastung in der Onkologie erhöht das BU-Risiko durch Burnout und depressive Erkrankungen; die BU-Absicherung muss psychische Erkrankungen vollständig abdecken.
- Onkologische Praxen mit Infusionsräumen und speziellen Entsorgungseinrichtungen haben eine eingeschränkte Drittverwendbarkeit; private Renditeobjekte sind als Altersvorsorge besser geeignet.
Immobilie als Altersvorsorge speziell für Onkologen
Niedergelassene Onkologen, häufig als internistische Onkologen mit hämatologischem Schwerpunkt, erzielen hohe Umsätze durch die Abrechnung von Chemotherapeutika und Targettherapien; der Praxisüberschuss ist entsprechend hoch. Dies schafft exzellente Voraussetzungen für eine Immobilien-Altersvorsorge. Die Praxisimmobilie ist durch die speziellen Anforderungen (Chemotherapie-Aufbereitungsräume, Liegeplätze für Infusionen, spezielle Abwasserentsorgung) schwer an Dritte zu vermieten; der private Vermögensbau sollte daher außerhalb der Praxisimmobilie erfolgen.
Empfehlenswert ist für Onkologen ein systematischer Vermögensaufbau durch zwei bis drei Wohnimmobilien in verschiedenen Regionen, um das Standortrisiko zu diversifizieren. Bei einem Jahresüberschuss von 300.000 EUR und einem Grenzsteuersatz von 45 Prozent spart die AfA einer 500.000-EUR-Immobilie (Gebäudeanteil 400.000 EUR) ca. 3.600 EUR Steuern jährlich. Dies verbessert die Netto-Eigenkapitalrendite erheblich.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Onkologen sollten wegen der hohen psychischen Belastung frühzeitig eine BU-Versicherung abschließen, die psychische Erkrankungen ohne zeitliche Begrenzung der Leistungsdauer und ohne Psychiatrie-Ausschluss abdeckt. Ärzteversichert hat bei Onkologen beobachtet, dass Burnout häufig früh einsetzt und die tatsächliche Berufsausübungsdauer kürzer ist als geplant; eine Immobilienstrategie, die auch bei frühem Ruhestand mit 58 oder 60 Jahren aufgeht, braucht ausreichend Tilgungspuffer. Sondertilgungsrechte sind hier besonders wichtig.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein häufiger Fehler ist die Konzentration des Immobilienvermögens auf die Praxisregion: Wer sowohl Praxis als auch Renditeobjekte am selben Standort hat, ist einem Klumpenrisiko ausgesetzt. Ein zweiter Fehler betrifft die fehlende Liquiditätsplanung: Wer 100 Prozent des frei verfügbaren Einkommens tilgt, hat bei einem Praxisrückgang (z.B. durch geänderte Zulassungsbedingungen) keinen Puffer. Drittens unterschätzen Onkologen die steuerliche Komplexität beim Halten mehrerer Immobilien.
Fazit
Onkologen mit hohem Einkommen und erhöhtem BU-Risiko sollten Immobilien konsequent als zweite Säule der Altersvorsorge aufbauen, dabei aber private Renditeobjekte klar von der Praxisimmobilie trennen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- GDV – Berufsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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