Psychiater und Nervenärzte sind eine Facharztgruppe mit stabilen, aber in der Niederlassung häufig begrenzten Einkommen: Der hohe Zeitaufwand pro Patient und die überwiegend gesprächstherapeutische Tätigkeit limitieren das Fallzahlvolumen, während der Privatpatientenanteil gute Erlösmöglichkeiten bietet. Als Altersvorsorgebaustein bietet die Immobilie Psychiatern eine von der psychischen Belastung des Berufs unabhängige Einnahmequelle.
Das Wichtigste in Kürze
- Niedergelassene Psychiater erzielen Jahresüberschüsse von 90.000 bis 200.000 EUR; der Privatpatientenanteil macht einen erheblichen Teil aus.
- Psychiatrische Praxen benötigen keine spezialisierten bautechnischen Installationen; die Räume sind gut drittverwendbar, was die Praxisimmobilie als Altersvorsorge attraktiv macht.
- Das BU-Risiko durch psychische Erkrankungen ist bei Psychiatern besonders relevant; die eigene psychische Gesundheit muss als Risikofaktor in der BU-Absicherung berücksichtigt werden.
Immobilie als Altersvorsorge speziell für Psychiater
Psychiatrische Praxen zeichnen sich durch eine hohe Qualität der Raumaufteilung aus (Warte- und Behandlungsbereiche müssen schallgedämmt sein, Diskretion ist essenziell), benötigen aber keine teuren technischen Installationen. Ein typischer Praxiskauf für 100 bis 150 Quadratmeter liegt bei 250.000 bis 450.000 EUR je nach Standort. Die monatliche Darlehensrate von 1.100 bis 2.000 EUR ist bei einem Jahresüberschuss von 120.000 EUR gut tragbar, wenn keine übermäßige sonstige Verschuldung vorliegt.
Das private Renditeobjekt ist für Psychiater besonders sinnvoll, da die Praxisimmobilie durch die schallgedämmten Räume einen eingeschränkten Nachfragemarkt hat. Eine Wohnimmobilie außerhalb des Praxisstandorts diversifiziert das Risiko und generiert stabiles passives Einkommen im Ruhestand. Bei einem freien monatlichen Einkommen von 2.500 bis 4.000 EUR ist ein Renditeobjekt von 200.000 bis 300.000 EUR gut finanzierbar.
Worauf Psychiater besonders achten sollten
Psychiater sollten eine BU-Versicherung wählen, die psychische Erkrankungen ohne jegliche Einschränkung (keine Wartezeiten, keine zeitliche Begrenzung) abdeckt. Da der eigene Beruf eine intensive Auseinandersetzung mit psychischen Leiden erfordert, ist das Burnout-Risiko für Psychiater selbst nicht zu unterschätzen. Ärzteversichert empfiehlt Psychiatern, explizit auf Tarife mit vollständiger Absicherung psychischer Erkrankungen zu achten und sich nicht von niedrigeren Prämien verleiten zu lassen, die auf dem Ausschluss dieser Erkrankungen basieren. Erst dann sollte eine Immobilienfinanzierung eingegangen werden.
Typische Fehler bei Psychiatern
Ein verbreiteter Fehler ist die Unterschätzung der eigenen Vulnerabilität: Psychiater neigen dazu, eigene psychische Belastungssymptome zu verleugnen. Wer eine Immobilienfinanzierung eingeht, ohne eine BU-Versicherung mit psychischem Vollschutz zu haben, riskiert im Leistungsfall erhebliche finanzielle Probleme. Ein zweiter Fehler betrifft die Überschätzung der Drittverwendbarkeit schallgedämmter Räume; Sonderbauten kosten bei Umnutzung erheblich. Drittens vergessen manche Psychiater, dass Mieteinnahmen als Einkommen zu versteuern sind, was die Nettorendite mindert.
Fazit
Psychiater können durch die Praxisimmobilie und ein ergänzendes Renditeobjekt eine gute Altersvorsorge aufbauen; unverzichtbare Grundlage ist eine BU-Versicherung, die psychische Erkrankungen vollständig und ohne Einschränkung abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- GDV – Berufsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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