Sportmediziner sind oft in einer hybriden Tätigkeit tätig: als niedergelassene Ärzte mit sportmedizinischer Zusatzbezeichnung, als Vereinsärzte im Profisport oder als Betreuer von Spitzensportlern. Die Einnahmesituation ist entsprechend variabel und kombiniert Kassenhonorar, Privatpatientenvergütung und Honorarverträge mit Sportvereinen. Die Immobilie als Altersvorsorge muss auf diese variable Einkommensbasis abgestimmt sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sportmediziner mit eigener Praxis und Privatpatientenanteil erzielen Jahresüberschüsse von 100.000 bis 220.000 EUR; Vereinsärzte im Profisport können erheblich mehr verdienen.
  • Das BU-Risiko bei Sportmedizinern durch Überlastungsschäden (häufig selbst sportlich aktiv) und muskuloskelettale Erkrankungen ist moderat; die BU-Absicherung sollte aber nicht vernachlässigt werden.
  • Variable Vereinshonorare sollten nicht in die Darlehensplanung einbezogen werden, da diese Einnahmen bei Vertragswechsel wegfallen können.

Immobilie als Altersvorsorge speziell für Sportmediziner

Sportmediziner in der Niederlassung haben häufig Praxen mit ansprechender Ausstattung (Ergometrie, Spirometrie, Laktatmessung), die aber baulich keine Spezialinstallationen erfordern. Die Praxisimmobilie ist daher gut drittverwendbar und eignet sich als Altersvorsorgebaustein. Bei einem typischen Praxiskauf für 150 Quadratmeter zu 320.000 EUR ergibt sich eine Monatsrate von ca. 1.500 EUR, die bei einem Jahresüberschuss von 150.000 EUR gut tragbar ist.

Das private Renditeobjekt sollte für Sportmediziner auf Basis des stabilen Kassenanteils finanziert werden; Vereinshonorare sind als Sondertilgungen zu betrachten, nicht als laufende Einnahmen in der Darlehensberechnung. Eine Eigentumswohnung zu 200.000 bis 280.000 EUR ist ein realistischer Einstieg und generiert bei Vollvermietung 650 bis 900 EUR Nettokaltmiete monatlich.

Worauf Sportmediziner besonders achten sollten

Sportmediziner, die selbst intensiv Sport treiben, haben ein erhöhtes Verletzungsrisiko; eine Schulter- oder Knieverletzung kann zwar nicht die ärztliche Tätigkeit, wohl aber die körperliche Leistungsfähigkeit einschränken und zu psychischer Belastung führen. Ärzteversichert empfiehlt Sportmedizinern, ihre BU-Police auf die konkrete ärztliche Tätigkeit auszurichten und nicht auf sportliche Aktivitäten. Zudem sollte beim Praxiskauf ein unabhängiger Gutachter den Verkehrswert bestätigen, da Sportpraxen häufig höher bewertet werden, als es der Drittmarkt hergibt.

Typische Fehler bei Sportmedizinern

Ein häufiger Fehler ist die Einrechnung schwankender Vereinshonorare in die Darlehensrate; fällt der Vertrag weg, ist die Rate nicht mehr bedienbar. Ein zweiter Fehler betrifft die Bewertung der Praxisimmobilie: Sportmedizinische Praxen in attraktiven Lagen (z.B. in der Nähe eines Bundesligastadions) können kurzfristig Wertsteigerungen erfahren, die sich bei Verlagerung des Vereinsstandorts wieder umkehren. Drittens vergessen Sportmediziner häufig die Anpassung der BU-Rente nach Immobilienkauf.

Fazit

Sportmediziner können mit einer Praxisimmobilie und einem privaten Renditeobjekt eine solide Altersvorsorge aufbauen; entscheidend ist die konservative Finanzierungsplanung auf Basis der stabilen Kasseneinnahmen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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