Internisten führen die umfangreichsten Patientenakten im ambulanten Sektor: Jahrelange Behandlungsverläufe chronisch Kranker (Diabetes, Herzinsuffizienz, COPD), Labordaten, EKG-Archivierungen und Echokardiographie-Befunde machen die internistische Praxis-IT zu einem hochvolumigen Datensystem. Ein Ransomware-Angriff, der diese Daten verschlüsselt, trifft die Patientenversorgung direkt und kann die Medikamentensicherheit chronisch Kranker gefährden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Internistische Praxen verwalten pro chronisch krankem Patient mehrere hundert Einträge über Jahre; der Datenverlust durch einen Cyberangriff betrifft die gesamte Medikationshistorie und die Laborwertentwicklung.
  • Netzwerkfähige EKG-Geräte, Spirometer und Echokardiographie-Systeme erweitern die Angriffsfläche; jedes angebundene Gerät braucht eine aktuelle Firmware und Netzwerksegmentierung.
  • Schwerpunktinternisten mit Endoskopie-Einheit (Gastroenterologie) erzeugen DICOM-Bilddaten, die besondere Archivierungs- und Sicherheitsanforderungen stellen.

IT-Sicherheit speziell für Internisten

Internistische Praxen mit einem breiten Diagnostikspektrum (EKG, Langzeit-EKG, Ergometrie, Echokardiographie, Endoskopie) haben eine heterogene IT-Infrastruktur, die regelmäßig aktualisiert werden muss. Besonders kritisch ist die TI-Anbindung: Seit der ePA-Einführung sind Internisten verpflichtet, Patientendaten in die elektronische Patientenakte zu übertragen; jede Schnittstelle zur TI ist ein potenzielles Angriffsziel.

Für internistische Schwerpunktpraxen mit Endoskopie-Einheit gilt zusätzlich die DICOM-Datensicherheitspflicht: Endoskopie-Videos und Bilder müssen sicher archiviert und nur autorisierten Ärzten zugänglich sein. Die Vernetzung von Endoskopie-Turm und PACS-Server sollte durch eine Firewall abgesichert sein.

Worauf Internisten besonders achten sollten

Internisten sollten die Medikationsdaten chronisch Kranker täglich automatisch sichern; ein Datenverlust bei einem Patienten mit komplexer Polypharmazie (10+ Medikamente) kann lebensgefährliche Medikationsfehler auslösen. Ärzteversichert empfiehlt Internisten, eine Cyberversicherung abzuschließen, die auch Schäden durch Betriebsunterbrechung (Praxisschließung während der Wiederherstellung) und Haftpflichtansprüche chronisch Kranker wegen Datenverlust abdeckt. Die Deckungssumme sollte mindestens 500.000 EUR betragen.

Typische Fehler bei Internisten

Ein häufiger Fehler ist die fehlende Trennung von Praxisnetzwerk und Patientenwlan: Patienten, die über das Praxis-WLAN im Wartezimmer surfen, können ungewollt Zugriff auf interne Netzwerkressourcen erhalten. Ein zweiter Fehler betrifft veraltete Betriebssysteme auf EKG- und Endoskopie-Geräten; diese Systeme bekommen oft keine Updates mehr und müssen durch Netzwerksegmentierung isoliert werden. Drittens verzichten viele Internisten auf Zwei-Faktor-Authentifizierung für den Fernzugriff auf das Praxissystem.

Fazit

Internisten mit umfangreichen Patientenakten chronisch Kranker müssen IT-Sicherheit als Patientensicherheitsfrage verstehen; tägliche Backups, Netzwerksegmentierung und eine Cyberversicherung sind unverzichtbar. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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