Kardiologen haben durch die kostspielige technische Ausstattung ihrer Praxen (Echokardiographie, Ergometrie, Herzkatheterlabor) besonders hohe laufende Fixkosten, die auch im Krankheitsfall weiterlaufen. Gleichzeitig sind die Einnahmen durch hohe Diagnostik- und Interventionshonorare überdurchschnittlich; das Krankentagegeld muss diesem hohen Einkommensniveau entsprechen.
Das Wichtigste in Kürze
- Kardiologen haben hohe monatliche Praxisfixkosten durch Geräteleasing und Personal; bei Erkrankung laufen diese Kosten weiter, während die Einnahmen entfallen.
- Die interventionelle Tätigkeit (Herzkatheterlabor, Elektrophysiologie) generiert hohe Einnahmen, die sofort wegfallen, wenn der Kardiologe erkrankt.
- Der Tagessatz sollte für Kardiologen mindestens 600 bis 1.000 EUR betragen, um das Nettoeinkommen und die Praxisfixkosten abzudecken.
Krankentagegeld speziell für Kardiologen
Niedergelassene Kardiologen mit interventionellem Schwerpunkt haben ein Einkommensprofil, das stark von der persönlichen Tätigkeit abhängt: Herzkathetersitzungen, die 2.000 bis 5.000 EUR pro Sitzung generieren können, sind nicht delegierbar. Bei Erkrankung entfällt dieses Einkommen sofort. Bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 25.000 EUR und Praxisfixkosten von 10.000 EUR beträgt der Tagessatzbedarf ca. 1.167 EUR; gute Tarife bieten Tagessätze bis zu 1.500 EUR.
Kardiologen sollten das Krankentagegeld explizit auf den interventionellen Einkommensanteil abstimmen. Da dieser Anteil variieren kann (saisonale Schwankungen, Urlaubszeiten), empfiehlt sich eine konservative Kalkulation auf Basis des Jahresdurchschnitts.
Worauf Kardiologen besonders achten sollten
Kardiologen sollten beim Krankentagegeld-Tarif auf eine kurze Karenzzeit (maximal 14 Tage) bestehen, da auch kurze Krankheitsphasen erhebliche Einnahmeverluste verursachen. Ärzteversichert empfiehlt Kardiologen, die Prämie des Krankentagegeld-Tarifs nicht als Sparposition zu betrachten; ein höherer Tagessatz zu einer moderaten Mehrprämie ist bei dem hohen Einkommensniveau eines Kardiologen stets sinnvoll.
Typische Fehler bei Kardiologen
Ein häufiger Fehler ist die Unterbewertung der Interventionshonorare; diese werden als "Bonus" betrachtet und nicht in die Tagessatzkalkulation einbezogen. Ein zweiter Fehler betrifft die fehlende Regelung für Geräteleasing-Verbindlichkeiten: Wer einen Echokardiographie-Leasingvertrag von 2.000 EUR monatlich hat, muss diesen auch im Krankheitsfall bedienen; der Tagessatz muss das einschließen. Drittens vergessen Kardiologen häufig die regelmäßige Anpassung des Tagessatzes nach Aufnahme neuer Geräteinvestitionen.
Fazit
Kardiologen mit hohem Einkommensniveau und hohen Fixkosten durch Geräteinvestitionen brauchen ein Krankentagegeld mit besonders hohem Tagessatz; jeder Euro Tagessatz ist angesichts der täglichen Einnahmehöhe gut investiert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Krankentagegeld für Selbstständige
- PKV-Verband – Krankentagegeld und Tagessätze
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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