Onkologen arbeiten täglich in einem Umfeld hoher emotionaler Belastung: Die Begleitung schwer kranker und sterbender Patienten, die Überbringung schwerer Diagnosen und die komplexe Chemotherapie-Koordination führen zu einem überdurchschnittlich hohen Burnout-Risiko. Gleichzeitig haben niedergelassene Onkologen durch die Zytostatika-Infrastruktur ihrer Praxen (Tagesklinik, Apotheke, Pflegepersonal) sehr hohe laufende Fixkosten, die das Krankentagegeld decken muss.
Das Wichtigste in Kürze
- Onkologen haben durch die psychisch belastende Arbeit mit schwerkranken Patienten ein signifikant erhöhtes Risiko für Burnout und depressive Erkrankungen, die zu Arbeitsunfähigkeit führen können.
- Niedergelassene Onkologen mit Tagesklinik haben monatliche Fixkosten von 20.000 bis 40.000 EUR (Personal, Räume, Zytostatika-Lager); diese laufen bei Erkrankung weiter.
- Das Krankentagegeld muss psychische Erkrankungen vollständig und ohne zeitliche Leistungsbegrenzung absichern.
Krankentagegeld speziell für Onkologen
Niedergelassene Onkologen in einer onkologischen Schwerpunktpraxis mit Tagesklinik erzielen Nettojahresgewinne von typischerweise 200.000 bis 350.000 EUR. Die monatlichen Fixkosten sind durch das spezialisierte Pflegepersonal (onkologische Fachpflegekräfte, MFAs mit Zytostatika-Zertifizierung), die Tagesklinik-Räumlichkeiten und die Kühl-Infrastruktur für Chemotherapeutika erheblich: 25.000 EUR monatlich sind für eine gut aufgestellte onkologische Praxis realistisch. Der Tagessatzbedarf liegt bei diesen Werten zwischen 1.000 und 1.500 EUR täglich.
Besondere Bedeutung hat die Absicherung bei psychisch bedingter Arbeitsunfähigkeit. Burnout-Erkrankungen bei Onkologen dauern häufig mehrere Monate; manche PKV-Krankentagegeld-Tarife begrenzen die Leistungsdauer bei psychischen Erkrankungen auf 24 Monate. Für Onkologen ist diese Begrenzung untragbar; sie sollten ausschließlich Tarife ohne zeitliche Einschränkung für psychische Erkrankungen abschließen.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Onkologen sollten beim Tarifvergleich explizit nach Leistungsbegrenzungen bei psychischen Erkrankungen fragen und diese schriftlich ausschließen lassen. Ärzteversichert empfiehlt Onkologen, die Karenzzeit auf maximal 14 Tage zu begrenzen, da auch kurze Erkrankungsphasen bei den hohen Fixkosten einer Tagesklinik erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Außerdem sollte der Tagessatz die gesamten Praxisfixkosten einschließen, da diese im Gegensatz zu anderen Fachrichtungen besonders hoch sind.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein häufiger Fehler ist die Wahl eines günstigen Tarifs mit zeitlicher Begrenzung für psychische Erkrankungen; gerade bei Onkologen ist dies ein erhebliches Risiko. Ein zweiter Fehler betrifft die Unterschätzung der Praxisfixkosten: Wer die Personalkosten des onkologischen Pflegeteams nicht in den Tagessatz einrechnet, ist im Krankheitsfall erheblich unterversichert. Drittens vergessen viele Onkologen, den Tagessatz nach Praxiserweiterung (z.B. Aufnahme eines weiteren Kassenarzt-Sitzes) anzupassen.
Fazit
Onkologen brauchen ein Krankentagegeld mit vollständiger Absicherung psychischer Erkrankungen, einem hohen Tagessatz entsprechend den Tagesklinik-Fixkosten und einer kurzen Karenzzeit; diese drei Eigenschaften haben oberste Priorität bei der Tarifauswahl. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Krankentagegeld und psychische Erkrankungen
- PKV-Verband – Leistungsausschlüsse und Tarife
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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