Die KV-Abrechnung für Urologen ist durch die Vielzahl diagnostischer und operativer Leistungsziffern besonders komplex. Die korrekte Kodierung von Zystoskopien, Urodynamik-Untersuchungen und ambulanten Eingriffen entscheidet maßgeblich über das quartalsweise Abrechnungsergebnis und ist eine häufige Fehlerquelle.
Das Wichtigste in Kürze
- Urologische Leistungen werden im EBM-Kapitel 26 (Urologische Gebührenordnungspositionen) abgerechnet; die korrekten Ziffern für Zystoskopie, Urodynamik und ambulante Eingriffe müssen bekannt sein
- Die Punktzahl-Budgets und Mengenbegrenzungen für spezifische urologische Leistungen werden von der KV regional unterschiedlich festgesetzt
- Regress-Risiken entstehen besonders bei der Abrechnung von Leistungen, die nicht durch Qualifikationsnachweise gedeckt sind
KV-Abrechnung speziell für Urologen
Die urologische Abrechnung umfasst eine Vielzahl spezialisierter EBM-Ziffern, die für allgemeinärztliche Praxissoftware-Nutzer ohne Spezialisierung auf Urologie kaum bekannt sind. Die Abrechnung einer flexiblen Zystoskopie nach EBM 26310 bringt deutlich andere Punktwerte als eine starre Zystoskopie nach EBM 26311; Fehler bei der Zuordnung können zu Abrechnungsverlusten oder bei falscher Richtung zu Regressforderungen führen.
Besondere Aufmerksamkeit erfordern ambulante Operationen: Urologische Eingriffe wie Lithotrypsie, Vasektomie und kleinere Blasentumor-Abtragungen können unter bestimmten Voraussetzungen ambulant im Rahmen des § 115b SGB V abgerechnet werden. Die Abrechnung dieser Leistungen über den EBM und über die Operationsvereinbarung der KV erfordert eine sorgfältige Dokumentation der Indikation, der Anästhesieform und der Qualifikationsnachweise.
Worauf Urologen besonders achten sollten
Urologen sollten ihre Abrechnungskompetenz regelmäßig durch Schulungen bei der KV und durch spezialisierte Abrechnungssoftware aufrechterhalten. Ärzteversichert empfiehlt zudem, die Abrechnung einmal jährlich von einem unabhängigen Abrechnungsberater prüfen zu lassen, um Fehler und verschenkte Potenziale zu identifizieren. Eine Rechtsschutzversicherung, die Auseinandersetzungen mit der KV abdeckt, ist für Urologen mit hohem Abrechnungsvolumen sinnvoll.
Typische Fehler bei Urologen
Ein verbreiteter Fehler ist die fehlende Abrechnung von Zusatzleistungen wie der Ultraschalluntersuchung nach EBM 33042, die bei vielen urologischen Konsultationen erbracht, aber oft nicht separat kodiert wird. Hochgerechnet auf eine volle Praxis kann das einen jährlichen Abrechnungsverlust von 5.000 bis 15.000 EUR bedeuten. Ein weiterer Fehler ist die unzureichende Dokumentation der Indikation für ambulante Eingriffe, die bei einer KV-Prüfung zu Regress führen kann. Schließlich vergessen manche Urologen die rechtzeitige Beantragung von Genehmigungen für spezifische Leistungen wie die photodynamische Diagnostik (PDD).
Fazit
Eine korrekte und vollständige KV-Abrechnung ist für Urologen ein wesentlicher Einkommensfaktor und erfordert kontinuierliche Schulung und Überprüfung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – EBM Kapitel 26 Urologie
- GKV-Spitzenverband – Abrechnung und Qualitätssicherung
- Gesetze im Internet – § 115b SGB V Ambulantes Operieren
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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