Das MVZ hat sich in der Urologie zu einer der häufigsten Organisationsformen entwickelt: Die breite diagnostische und therapeutische Bandbreite des Faches, von Nierenerkrankungen über Harnwegsinfekte bis zu urologischer Onkologie und ambulanter Chirurgie, lässt sich im MVZ mit mehreren Ärzten und Spezialisten effizient organisieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Urologische MVZ können mehrere Kassensitze bündeln und damit ambulante OP-Kapazitäten effizienter nutzen als Einzelpraxen.
- Die Kombination aus GKV-Versorgung und privatärztlichen Leistungen (PSA-Vorsorge, Andrologie, onkologische Nachsorge) ermöglicht im MVZ eine diversifizierte Erlösstruktur.
- Die Gründung eines urologischen MVZ als GmbH erfordert mindestens 25.000 EUR Stammkapital und einen ärztlichen Leiter als Verantwortlichen gegenüber der KV.
MVZ-Gründung speziell für Urologen
Urologische MVZ sind besonders wirtschaftlich, wenn mehrere Kassensitze zusammengeführt werden und dadurch Synergien bei teurer Diagnostikausstattung (Urodynamik, Lithotripsie, Flexo-Endo-Uroskopie) entstehen. Ein einzelner Urologe kann eine Lithotripsie-Anlage (Anschaffungskosten: 200.000 bis 400.000 EUR) wirtschaftlich kaum auslasten; ein MVZ mit 3 bis 4 Ärzten kann dies deutlich besser.
Die Gründung eines MVZ kann durch Zusammenschluss mehrerer niedergelassener Urologen oder durch Übernahme einer bestehenden Praxis in das MVZ-Modell erfolgen. Bei der Übernahme übertragen die bisherigen Praxisinhaber ihre Kassensitze in das MVZ; dies erfordert die Zustimmung des Zulassungsausschusses der KV.
Worauf Urologen besonders achten sollten
Die ärztliche Leitung des MVZ muss durch einen angestellten oder selbstständigen Arzt mit Kassenzulassung gewährleistet sein. Bei MVZ-Gründungen durch Krankenhäuser oder externe Investoren (Investoren-MVZ) ist besondere Vorsicht geboten: Das ärztliche Weisungsrecht darf durch wirtschaftliche Steuerung nicht ausgehöhlt werden; Verstöße können zur Zulassungsentziehung führen. Ärzteversichert empfiehlt, den Gesellschaftsvertrag eines urologischen MVZ von einem auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt prüfen zu lassen.
Die Berufshaftpflicht muss im MVZ alle angestellten Ärzte abdecken. Viele MVZ-Gründer vergessen, dass angestellte Ärzte zwar im Rahmen ihrer Anstellung haften, aber persönlich für grobe Fahrlässigkeit in Anspruch genommen werden können; eine eigene BU-Versicherung sollten auch angestellte Ärzte im MVZ haben.
Typische Fehler bei Urologen
Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Kapitalausstattung des MVZ: Die GmbH benötigt nicht nur das Mindestkapital von 25.000 EUR, sondern ausreichende Betriebsmittel für die Anlaufphase. Ein zweiter Fehler betrifft die fehlende Exit-Strategie im Gesellschaftsvertrag: Wenn ein Gründer aus dem MVZ ausscheiden möchte, muss die Bewertung seiner Anteile und die Abfindungsmodalität vorab klar geregelt sein.
Fazit
Das MVZ ist für Urologen ein wirtschaftlich attraktives Modell, das Synergien bei teurer Ausstattung und Personalressourcen ermöglicht. Eine sorgfältige Vertragsgestaltung ist die Grundlage für ein dauerhaft funktionierendes MVZ. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – MVZ-Gründung und Zulassung
- Gesetze im Internet – SGB V § 95 MVZ
- GDV – Berufshaftpflicht MVZ
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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