Die Niederlassung als Augenarzt erfordert sorgfältige Vorbereitung, da ophthalmologische Praxen zu den technisch aufwendigsten und kapitalintensivsten Fachgruppen zählen. Wer zwei bis drei Jahre vor der geplanten Niederlassung mit der Planung beginnt, vermeidet typische Fehler und kann die Niederlassung wirtschaftlich optimal gestalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Augenheilkundliche Praxen erfordern Investitionen von 150.000 bis 400.000 Euro in Diagnosegeräte (OCT, Perimeter, Spaltlampen, Refraktometer) und ggf. OP-Ausstattung.
  • Die KV-Zulassung muss durch Beantragung beim Zulassungsausschuss erworben werden; in gesperrten Planungsbereichen sind Praxisübernahmen der häufigste Weg.
  • Die Organisation der Weiterbildungsabschlussbescheinigungen, Kassenzulassung und Betriebsstättennummer dauert in der Regel drei bis sechs Monate.

Niederlassungs-Vorbereitung speziell für Augenärzte

Augenärzte, die eine Praxis eröffnen, müssen zunächst prüfen, ob ihr Wunschstandort in einem gesperrten oder offenen Planungsbereich liegt. In Großstädten ist die Zulassung für Augenheilkunde in der Regel gesperrt; hier ist die Praxisübernahme der einzig gangbare Weg. In ländlichen Regionen können Neuzulassungen beantragt werden; die Kassenärztliche Vereinigung fördert in unterversorgten Gebieten aktiv die Niederlassung, z. B. durch Sicherstellungszuschläge.

Für die technische Ausstattung einer Augenarztpraxis sind folgende Geräte Standard: Spaltlampe (10.000 bis 25.000 Euro), automatisches Refraktometer (5.000 bis 10.000 Euro), Perimeter (20.000 bis 40.000 Euro), OCT (50.000 bis 100.000 Euro) und ggf. Funduskamera. Für Praxen, die ambulante Augenoperationen (Kataraktchirurgie) durchführen wollen, kommen OP-Mikroskop, Phakoemulsifikationsgerät und OP-Tisch hinzu, was die Investitionssumme um weitere 150.000 bis 250.000 Euro erhöht. Die Finanzierung sollte frühzeitig mit der Hausbank oder über KfW-Förderprogramme geklärt werden.

Worauf Augenärzte besonders achten sollten

Augenärzte sollten bereits in der Planungsphase einen auf Arztrecht spezialisierten Berater hinzuziehen, der Vertragsgestaltung, Zulassungsantrag und Praxismietvertrag begleitet. Ärzteversichert empfiehlt, den Versicherungsschutz frühzeitig zu planen: Eine Berufshaftpflicht für operative Eingriffe (Kataraktoperationen, intravitreale Injektionen) hat einen erheblich höheren Deckungsbedarf als eine reine Ordinationsversicherung und sollte spätestens mit Praxiseröffnung lückenlos bestehen.

Typische Fehler bei Augenärzten

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung der Gerätewartungskosten: Ophthalmologische Hochpräzisionsgeräte erfordern jährliche Serviceverträge von insgesamt 10.000 bis 30.000 Euro. Ein weiterer Fehler ist das Fehlen eines konkreten Finanzierungsplans für die ersten zwölf Monate, in denen das Regelleistungsvolumen noch nicht vollständig ausgeschöpft wird.

Fazit

Eine strukturierte Niederlassungsvorbereitung schafft für Augenärzte die Basis für eine wirtschaftlich erfolgreiche und medizinisch hochwertige Praxis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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