Augenärzte als Oberärzte befinden sich in einer finanziellen Übergangsphase: Das Einkommen steigt spürbar gegenüber der Assistenzarztzeit, aber die Niederlassungsperspektive mit ihren Investitionserfordernissen rückt näher. Diese Phase ist ideal, um Altersvorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau systematisch aufzubauen, bevor die Praxisfinanzierung die Liquidität beansprucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einkommenszuwachs effizient nutzen: Oberärzte in der Augenheilkunde verdienen je nach Klinikgröße 7.500 bis 11.000 EUR brutto monatlich; die Erhöhung gegenüber der Assistenzzeit sollte systematisch in Vorsorge fließen.
  • BU-Rente anpassen: Wer als Assistent eine BU-Rente von 2.000 EUR abgeschlossen hat, sollte als Oberarzt auf mindestens 3.500 bis 4.500 EUR erhöhen, sofern die Nachversicherungsgarantie dies ermöglicht.
  • Niederlassungsrücklage aufbauen: Der Eigenkapitalanteil für eine ophthalmologische Praxisgründung liegt bei 50.000 bis 100.000 EUR; wer als Oberarzt beginnt zu sparen, startet gut vorbereitet.

Oberarzt-Finanzen speziell für Augenärzte

Ophthalmologische Praxen gehören zu den investitionsintensivsten Fachrichtungen: OCT-Geräte, Spaltlampen, Laser-Einheiten und operative Ausstattung können allein 300.000 bis 600.000 EUR kosten. Wer als Oberarzt plant, sich mittelfristig niederzulassen, muss schon jetzt Eigenkapital aufbauen. Auch eine spätere Partnerschaft in einer bestehenden Gemeinschaftspraxis erfordert in der Regel eine Beteiligung von 100.000 bis 250.000 EUR.

Die Oberarztphase bietet steuerlich günstige Möglichkeiten: Beiträge in die Rürup-Rente und ins Versorgungswerk sind als Sonderausgaben abzugsfähig. Bei einem Bruttoeinkommen von 100.000 EUR liegt der Grenzsteuersatz bei 42 Prozent; jeder Euro in die Altersvorsorge spart 42 Cent Steuern im Jahr der Einzahlung. Über 10 Jahre ergibt sich durch diesen Effekt ein erheblicher Vorteil gegenüber unversteuerten Kapitalanlagen.

Worauf Augenärzte besonders achten sollten

Augenärzte als Oberärzte sollten prüfen, ob ihr Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) anbietet und wie hoch der Arbeitgeberzuschuss ist. Seit 2019 ist ein Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent auf die Entgeltumwandlung gesetzlich vorgeschrieben. Diese 15 Prozent sind effektiv eine Gehaltserhöhung für die Altersvorsorge.

Ärzteversichert empfiehlt augenärztlichen Oberärzten, die BU-Absicherung zu überprüfen: Wer operative Tätigkeiten am Auge durchführt (Kataraktoperationen, intravitreale Injektionen), hat ein spezifisches Handrisiko, das in der Tätigkeitsbeschreibung des BU-Vertrags korrekt erfasst sein muss.

Typische Fehler bei Augenärzten

Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der Nachversicherungsgarantie: Viele Augenärzte haben als Studenten oder Assistenten eine BU-Rente von 1.500 EUR abgeschlossen. Als Oberarzt mit einem Einkommen von 8.000 EUR netto monatlich ist diese Absicherung vollkommen unzureichend; eine Anpassung über die Nachversicherungsgarantie ohne neue Gesundheitsprüfung ist jedoch nur innerhalb bestimmter Fristen möglich.

Ein weiterer Fehler ist der Aufbau zu wenig liquider Anlagen für die Niederlassungsvorbereitung. Wer sein Erspartes ausschließlich in illiquide Produkte wie Lebensversicherungen oder Immobilienfonds anlegt, hat beim Praxiskauf keinen schnellen Zugriff auf sein Eigenkapital.

Fazit

Die Oberarztphase ist für augenärztliche Karrieren die entscheidende Zeit für den Aufbau von Altersvorsorge, Absicherung und Niederlassungskapital. Wer diese Phase strukturiert nutzt, startet in die Selbstständigkeit mit einem soliden Fundament. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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