Der Karrieresprung zur Oberärztin oder zum Oberarzt in der Gynäkologie ist nicht nur medizinisch, sondern auch finanziell ein bedeutender Schritt. Mit dem neuen Titel gehen höheres Gehalt, erweiterte Verantwortung und neue Versicherungs- und Vorsorgeoptionen einher, die gezielt genutzt werden sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Oberarztgehalt in der Gynäkologie liegt je nach Klinikgröße und Tarifvertrag zwischen 90.000 und 130.000 Euro brutto jährlich (TV-Ärzte).
  • Als Oberarzt steigen Beiträge zum Versorgungswerk und die Möglichkeiten zur steuerlich begünstigten Altersvorsorge.
  • Liquidationsrechte für wahlärztliche Leistungen können das Nettoeinkommen erheblich erhöhen.

Oberarzt-Finanzen speziell für Gynäkologen

Gynäkologische Oberärztinnen und Oberärzte an Universitätskliniken oder Schwerpunktkliniken erzielen nach TV-Ärzte-Tarif ein monatliches Bruttogehalt von 7.500 bis 10.000 Euro (Entgeltgruppe Ä3). Hinzu kommen Dienstvergütungen für Bereitschafts- und Rufbereitschaftsdienste, die das Jahresbrutto um 10.000 bis 20.000 Euro erhöhen können. An Häusern mit Liquidationsrecht erzielen Chefärzte und delegationsberechtigte Oberärzte durch Privatliquidation zusätzliche Einnahmen.

Für gynäkologische Oberärztinnen mit Kinderwunsch oder Planung einer Elternzeit ist die Finanzplanung besonders relevant: Elterngeld ist auf 1.800 Euro monatlich gedeckelt (Elterngeld Plus: 900 Euro), was bei einem Oberarztgehalt deutlich unter dem bisherigen Nettoeinkommen liegt. Wer die Elternzeit finanziell gut überbrücken will, sollte Liquiditätsreserven von mindestens 6 bis 12 Monatsgehältern aufgebaut haben.

Worauf Gynäkologen besonders achten sollten

Gynäkologische Oberärzte sollten beim Gehaltsgespräch die tarifliche Eingruppierung aktiv prüfen. Wer versehentlich in einer zu niedrigen Entgeltgruppe eingestuft wird, kann erhebliche Gehaltsunterschiede über Jahre verlieren. Ärzteversichert empfiehlt außerdem, die Berufsunfähigkeitsversicherung bei Gehaltserhöhung anzupassen: Eine BU, die mit dem Assistenzarztgehalt von 60.000 Euro Jahresgehalt abgeschlossen wurde, sichert das Oberarztgehalt von 110.000 Euro nicht ausreichend ab.

Typische Fehler bei Gynäkologen

Ein häufiger Fehler ist das Vernachlässigen der privaten Altersvorsorge trotz gestiegenem Einkommen. Viele Oberärzte konsumieren ihre Gehaltserhöhung vollständig, ohne einen Teil für Rürup-Rente oder Wertpapiersparen zu nutzen. Der Zinseszinseffekt bei frühzeitigem Sparen ist enorm: 200 Euro monatlich mehr ab dem 35. Lebensjahr machen bei 7 Prozent Rendite bis zum 67. Lebensjahr über 240.000 Euro zusätzliches Endvermögen aus.

Fazit

Der Karriereschritt zum Oberarzt in der Gynäkologie bietet erhebliche finanzielle Chancen, die mit gezielter Planung für Altersvorsorge, Absicherung und Vermögensaufbau langfristig optimal genutzt werden können. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

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