Kinderärzte, die die Oberarztposition in einer Kinderklinik erreichen, erleben häufig einen deutlichen Gehaltssprung, der neue finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Gleichzeitig bleibt das Gehaltsniveau in der Pädiatrie strukturell hinter chirurgischen und internistischen Fachrichtungen zurück, was eine disziplinierte Finanzplanung besonders wichtig macht.
Das Wichtigste in Kürze
- Oberarzt-Gehalt Pädiatrie: Ein Oberarzt in einer Kinderklinik verdient je nach Träger und Erfahrungsstufe zwischen 7.500 und 11.000 EUR brutto monatlich, zuzüglich Bereitschafts- und Rufbereitschaftsvergütung.
- Versorgungswerk-Beitrag optimieren: Mit dem Gehaltsanstieg auf Oberarztebene empfiehlt sich eine Überprüfung und ggf. Erhöhung des freiwilligen Versorgungswerk-Beitrags bis zum Doppelbeitrag.
- Berufsunfähigkeitsschutz aktualisieren: Wer in der Assistenzarztzeit eine BU-Rente von 2.000 EUR vereinbarte, sollte jetzt die Nachversicherungsgarantie nutzen und auf 3.500 bis 4.500 EUR erhöhen.
Oberarzt-Finanzen speziell für Kinderärzte
Die Pädiatrie ist eine der am stärksten von der Unterfinanzierung betroffenen Fachrichtungen: Kinderärzte erzielen im stationären Bereich laut Tarifvertrag Ärzte (TV-Ärzte VKA) in Entgeltgruppe III (Oberarzt) ein monatliches Grundgehalt von 7.800 bis 9.500 EUR, während Chirurgen und Anästhesisten in gleicher Position oft 10.000 bis 13.000 EUR verdienen. Diese Differenz wirkt sich direkt auf die Versorgungswerk-Anwartschaft und die Kapazität zur privaten Altersvorsorge aus.
Für Kinderärzte auf Oberarztebene ergibt sich folgender Handlungsbedarf: Erstens sollte der freiwillige Beitrag zum Versorgungswerk auf den Doppelbeitrag angehoben werden, sofern die monatliche Liquidität dies erlaubt (monatlicher Doppelbeitrag 2025: rund 2.808 EUR). Der steuerliche Vorteil durch den Sonderausgabenabzug bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent beträgt bis zu 1.180 EUR im Monat. Zweitens sollte ein Rürup-Renten-Vertrag oder eine Fondspolice als Ergänzungsschicht in Betracht gezogen werden, um die Versorgungslücke zu schließen.
Worauf Kinderärzte besonders achten sollten
Kinderärzte in Oberarztfunktion sollten ihre Liquiditätsplanung auf Basis des Nettogehalts aufstellen, das nach Versorgungswerk-Beitrag, Einkommensteuer und eventueller PKV-Prämie bei 4.500 bis 6.500 EUR liegt. Von dieser Basis aus ist eine monatliche Sparrate von 500 bis 1.000 EUR für private Altersvorsorge realistisch und empfehlenswert. Ärzteversichert unterstützt Kinderärzte dabei, einen Gesamtaltersvorsorgepfad zu entwickeln, der Versorgungswerk, BU-Absicherung, private Altersvorsorge und eventuelle betriebliche Altersvorsorge des Arbeitgebers aufeinander abstimmt.
Typische Fehler bei Kinderärzten
Ein häufiger Fehler ist das Aufschieben der BU-Anpassung: Die Nachversicherungsgarantie bei Gehaltserhöhung ist zeitlich begrenzt (häufig 6 bis 12 Monate nach dem Gehaltsereignis); wer zu lange wartet, muss eine neue Gesundheitsprüfung ablegen. Zweiter Fehler: die Unterschätzung der Inflation bei der Altersvorsorgeplanung. Eine monatliche Versorgungswerksrente von 2.000 EUR (heutige Kaufkraft) hat in 30 Jahren bei 2,5 Prozent Inflation nur noch eine Kaufkraft von rund 950 EUR. Drittens vergessen manche Kinderärzte, bei einem Wechsel des Arbeitgebers die betriebliche Altersvorsorge des bisherigen Arbeitgebers zu portieren oder abzufinden.
Fazit
Kinderärzte auf Oberarztebene sollten die Gehaltserhöhung zum Anlass nehmen, ihr gesamtes Absicherungs- und Vorsorgeportfolio zu überprüfen und anzupassen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- Bundesfinanzministerium – Altersvorsorge Sonderausgaben
- GDV – BU-Versicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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