Orthopädische Oberärzte befinden sich in einer attraktiven Einkommensphase, die gleichzeitig mit wachsender operativer Verantwortung einhergeht. Die Finanzplanung in dieser Phase legt den Grundstein für eine spätere Niederlassung oder einen Karriereweg als leitender Klinikarzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Einkommen zwischen 8.000 und 13.000 EUR brutto: Orthopädische Oberärzte an Maximalversorgungskliniken erzielen durch Dienstvergütungen überdurchschnittliche Einkommen.
- BU-Anpassung an operatives Tätigkeitsprofil: Als Oberarzt mit eigenständigen Hüft- und Knieoperationen hat sich das BU-Risikoprofil gegenüber der Assistenzarztzeit verändert; die Versicherungssumme sollte entsprechend angepasst werden.
- Niederlassungsplanung konkretisieren: Wer eine orthopädische Praxis anstrebt, sollte als Oberarzt beginnen, Eigenkapital aufzubauen und den KV-Bereich zu sondieren.
Oberarzt-Finanzen speziell für Orthopäden
Orthopädische Oberärzte in der Unfallchirurgie und Orthopädie verdienen nach TV-Ärzte plus Dienstvergütungen durchschnittlich 9.000 bis 13.000 EUR brutto monatlich. Bei diesem Einkommensniveau verbleibt nach Steuern und Versicherungen ein monatlicher Überschuss von 2.000 bis 3.500 EUR für Vermögensaufbau und Niederlassungsrücklage.
Orthopädische Praxen erfordern je nach Spezialisierung (konservativ oder operativ mit Belegarzt-Tätigkeit) Investitionen von 150.000 bis 450.000 EUR. Wer als Oberarzt über 5 Jahre 25.000 bis 40.000 EUR jährlich spart, erreicht ein Eigenkapital von 125.000 bis 200.000 EUR, was für eine gute Startbasis ausreicht.
Worauf Orthopäden besonders achten sollten
Orthopäden mit operativer Ausrichtung sollten als Oberärzte prüfen, ob ihre bestehende BU-Versicherung die eigenständige Operationstätigkeit einschließt. Die Tätigkeitsbeschreibung im Vertrag, die meist aus der Assistenzarztzeit stammt, muss die aktuellen Tätigkeiten korrekt abbilden; eine Nachversicherungsoption erlaubt die Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung.
Ärzteversichert empfiehlt orthopädischen Oberärzten, eine Unfallversicherung mit hoher Invaliditätsgrundsumme abzuschließen. Das orthopädische Tätigkeitsprofil mit körperlich anstrengenden Repositionen und langen Operationszeiten erhöht das Risiko muskuloskelettaler Verletzungen; eine private Unfallversicherung ergänzt den BU-Schutz um diesen spezifischen Risikobereich.
Typische Fehler bei Orthopäden
Ein häufiger Fehler ist das Vergessen der Haftungsfrage beim Arbeitgeberwechsel. Wer von einer Klinik zu einer anderen wechselt, sollte klären, ob Behandlungsfehler aus früheren Tätigkeiten durch den alten Arbeitgeber versichert bleiben. Eine Rechtsschutzversicherung mit ärztlichem Berufsrechtsschutz bietet hier wichtige Absicherung.
Ein weiterer Fehler ist die fehlende Planung der betrieblichen Altersvorsorge. Viele Kliniken bieten eine bAV mit Arbeitgeberzuschuss an; wer diese nicht nutzt, verschenkt einen gesetzlichen Anspruch auf 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss bei Entgeltumwandlung.
Fazit
Die Oberarztphase ist für Orthopäden die ideale Zeit, Eigenkapital aufzubauen, Versicherungsschutz anzupassen und die Niederlassungsstrategie zu konkretisieren. Mit diesen Vorbereitungen gelingt der nächste Karriereschritt auf solidem Fundament. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- Bundesministerium der Finanzen – Altersvorsorge und Steuern
- GDV – BU- und Unfallversicherung für Ärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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