Anästhesisten sind durch langjährigen Schicht- und Nachtdienst, chronische Stressbelastung und die physische Beanspruchung in der Intensivmedizin einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen ausgesetzt. Dies macht die Absicherung gegen Pflegebedürftigkeit im Alter zu einem besonders relevanten Thema für diese Fachrichtung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt im Pflegegrad 5 maximal 2.005 EUR monatlich; stationäre Pflegekosten liegen bundesweit bei durchschnittlich 3.500 bis 4.500 EUR
- Anästhesisten als Privatversicherte können eine private Pflegetagegeldversicherung abschließen, die die Versorgungslücke schließt
- Ein früher Vertragsabschluss mit 35 bis 40 Jahren spart gegenüber einem Abschluss mit 55 Jahren bis zu 60% der Lebenszeit-Prämien
Pflegezusatzversicherung speziell für Anästhesisten
Anästhesisten, die überwiegend in der Intensivmedizin tätig sind, sehen täglich, wie schnell aus einem aktiven Menschen ein Pflegefall werden kann. Diese Berufserfahrung macht viele Anästhesisten zu besonders bewussten Planern der eigenen Pflegeabsicherung. Die private Pflegetagegeldversicherung zahlt ab einem vertraglich vereinbarten Pflegegrad einen fixen Tagessatz, unabhängig von den tatsächlichen Pflegekosten. Bei einem Tagessatz von 90 EUR ergibt das monatlich 2.700 EUR zusätzlich zur gesetzlichen Leistung.
Anästhesisten sollten bei der Tarifwahl auf eine Dynamisierungsklausel achten, die den Tagessatz jährlich automatisch um 2 bis 3% erhöht, um die Kostenentwicklung im Pflegebereich zu berücksichtigen. Da Pflegekosten historisch deutlich stärker gestiegen sind als die allgemeine Inflation, ist eine Dynamik besonders wichtig für Verträge mit langer Laufzeit. Eine weitere Besonderheit für Anästhesisten: Wer auch eine BU-Versicherung hat, sollte prüfen, ob diese im Fall einer Pflegebedürftigkeit ineinandergreift oder ob es zu Doppelabsicherungen oder Lücken kommt.
Worauf Anästhesisten besonders achten sollten
Anästhesisten sollten beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung die Gesundheitsfragen vollständig und korrekt beantworten. Chronische Rückenbeschwerden, die durch jahrelange OP-Begleitung entstanden sind, oder psychische Belastungsfolgen müssen angegeben werden. Ärzteversichert empfiehlt, sich vor der Antragstellung durch einen unabhängigen Berater über etwaige Risikoaufschläge oder Ausschlüsse informieren zu lassen, um unangenehme Überraschungen im Leistungsfall zu vermeiden.
Typische Fehler bei Anästhesisten
Ein verbreiteter Fehler ist die Konzentration auf BU-Absicherung unter Vernachlässigung der Pflegevorsorge. BU-Versicherungen enden spätestens mit dem vereinbarten Rentenalter, Pflegebedürftigkeit tritt aber häufig erst danach ein. Wer nur auf BU setzt, hat im hohen Alter keine Absicherung. Ein weiterer Fehler ist der Abschluss eines Pflegezusatzvertrags ohne Pflegegeld-Komponente: Nur ein Pflegetagegeld-Tarif zahlt unabhängig von der Pflegeform, ob stationär oder ambulant; Pflegekostenerstattungstarife erstatten dagegen nur nachgewiesene Kosten.
Fazit
Eine Pflegezusatzversicherung ergänzt die BU-Absicherung von Anästhesisten in einem wichtigen Lebensabschnitt und sollte frühzeitig abgeschlossen werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GKV-Spitzenverband – Pflegeversicherung und Pflegegrade
- GDV – Private Pflegevorsorge
- Bundesgesundheitsministerium – Pflegereform
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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