Augenärzte wissen aus ihrer täglichen Praxis, wie stark Sehverluste die Pflegebedürftigkeit im Alter beeinflussen können. Als Ärzte mit überdurchschnittlichem Einkommen haben sie gleichzeitig ein besonders großes Interesse daran, ihren Lebensstandard im Pflegefall abzusichern, da die gesetzliche Pflegeversicherung nur Basisleistungen übernimmt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigenanteil im Pflegeheim: Der durchschnittliche Eigenanteil für Heimpflege betrug 2025 bundesweit ca. 2.200 EUR monatlich; für Augenärzte mit einem Nettoeinkommen von 7.000 bis 12.000 EUR ist dies ein gravierender Einkommenseinbruch im Pflegefall.
  • Optische Hilfsmittel und Sehhilfen: Eine PKV-konforme Pflegezusatzversicherung sollte auch Pflege-Sehhilfenklauseln einschließen, da bei Augenerkrankungen im Alter (Makuladegeneration, Grüner Star) spezielle Hilfsmittel anfallen.
  • Berufsgruppe mit erhöhtem Augendruck-Risiko: Augenärzte sind durch die täglich intensive Mikroskop- und Spaltlampenarbeit einem erhöhten Risiko für berufsbedingte Augenbeschwerden ausgesetzt; die Absicherung des Sehvermögens hat Priorität.

Pflegezusatzversicherung speziell für Augenärzte

Augenärzte gehören zu den besser verdienenden Facharztgruppen: Niedergelassene Augenärzte erzielen Jahresumsätze von 500.000 bis 900.000 EUR, mit einem hohen Privatanteil durch refraktive Chirurgie (LASIK, LASEK), Kataraktchirurgie und Presbyopiebehandlung. Der Lebensstandard, der auf diesem Einkommensniveau aufgebaut wird, lässt sich mit dem gesetzlichen Pflegegeld von maximal 2.005 EUR monatlich (Pflegegrad 5) nicht aufrechterhalten.

Für Augenärzte bietet sich eine Pflegetagegeldversicherung an, die ab Pflegegrad 2 oder 3 leistet und mindestens 80 bis 120 EUR Tagegeld vorsieht. Bei 100 EUR Tagegeld ergibt das monatlich 3.000 EUR Zusatzleistung, die zusammen mit dem gesetzlichen Pflegegeld von rund 1.260 EUR (Pflegegrad 3, häusliche Pflege) eine Gesamtleistung von 4.260 EUR monatlich ergibt. Das deckt professionelle häusliche Pflege und reduziert die Notwendigkeit einer teuren stationären Heimunterbringung. Für einen 40-jährigen Augenarzt kostet dieser Schutz je nach Tarif 80 bis 130 EUR monatlich.

Worauf Augenärzte besonders achten sollten

Augenärzte sollten beim Abschluss der Pflegezusatzversicherung den Zeitpunkt sorgfältig wählen: Augenerkrankungen wie Glaukom oder Makuladegeneration können bereits ab dem 50. Lebensjahr auftreten und zu Leistungsausschlüssen führen. Ein frühzeitiger Abschluss vor dem 45. Lebensjahr sichert umfassenden Versicherungsschutz ohne Vorerkrankungsausschlüsse. Ärzteversichert analysiert für Augenärzte, ob eine selbstständige Pflegetagegeldversicherung oder ein Kombiprodukt mit der bestehenden PKV oder BU-Versicherung wirtschaftlich günstiger ist.

Typische Fehler bei Augenärzten

Ein häufiger Fehler ist das Unterschätzen der Pflegebedürftigkeit durch Sehverlust: Ein Augenarzt, der durch altersbedingte Makuladegeneration oder Glaukom das Sehvermögen verliert, kann trotz körperlicher Gesundheit pflegebedürftig werden und erhebliche Unterstützungsleistungen benötigen. Zweiter Fehler: das Vernachlässigen der Dynamisierung. Eine Pflegezusatzversicherung ohne jährliche Leistungserhöhung verliert durch Inflation über 20 bis 30 Jahre erheblich an realem Wert. Drittens vergessen manche Augenärzte, dass der staatliche Pflege-Bahr nur für GKV-Versicherte relevant ist; PKV-Versicherte Augenärzte brauchen einen leistungsstarken Volltarif.

Fazit

Eine Pflegezusatzversicherung ist für Augenärzte eine unverzichtbare Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung, um den aufgebauten Lebensstandard auch im Pflegefall zu erhalten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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