Dermatologen behandeln täglich Hautkrankheiten, die im Alter mit Pflegebedürftigkeit in Verbindung stehen können: Chronische Wunden, Psoriasis, Pemphigus oder schwere Ekzeme erfordern intensive Pflege. Als Fachärzte wissen Dermatologen, wie pflegeaufwendig chronische Hauterkrankungen im Alter sind, und sollten ihre eigene Absicherung entsprechend ausgestalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Dermatologisches Berufsrisiko und Pflege: Dermatologen haben durch den Kontakt mit Chemikalien, UV-Strahlung (Fototherapie) und Allergenen ein berufsbedingtes Risiko für Hauterkrankungen, die im Alter zu Pflegebedürftigkeit führen können.
  • Pflegetagegeld als optimales Produkt: Für Dermatologen als PKV-Versicherte ist das Pflegetagegeld die empfohlene Produktform; es zahlt unabhängig von der Pflegeart und ermöglicht flexible Nutzung der Mittel.
  • Steuerliche Absetzbarkeit: Beiträge zur privaten Pflegetagegeldversicherung können als Sonderausgaben im Rahmen des Höchstbetrags für Kranken- und Pflegeversicherung geltend gemacht werden.

Pflegezusatzversicherung speziell für Dermatologen

Dermatologen sind typischerweise PKV-versichert und haben ein Nettoeinkommen von 7.000 bis 13.000 EUR monatlich als Niedergelassene. Der gesetzliche Pflegeanteil (Eigenanteil im Heim 2025: ca. 2.200 EUR/Monat) ist im Verhältnis zum Einkommen zwar beherrschbar, aber der vollständige Verlust der Praxistätigkeit und des damit verbundenen Einkommens im Pflegefall ist es nicht. Eine Pflegezusatzversicherung gleicht die Differenz zwischen gesetzlichen Pflegeleistungen und tatsächlichem Pflegeaufwand aus.

Konkret: Bei Pflegegrad 4 zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 901 EUR monatlich für häusliche Pflege (Pflegegeld an pflegende Angehörige). Eine professionelle 24-Stunden-Pflege zu Hause kostet 4.000 bis 7.000 EUR monatlich; die Differenz ist durch Eigenkapital oder Pflegezusatzversicherung zu decken. Ein Pflegetagegeld von 100 EUR ab Pflegegrad 2 (monatlich 3.000 EUR) schließt diese Lücke weitgehend. Für einen 40-jährigen Dermatologen kostet dieser Schutz 70 bis 110 EUR monatlich.

Worauf Dermatologen besonders achten sollten

Dermatologen sollten beim Tarifabschluss prüfen, ob Hauterkrankungen, die zu Pflegebedürftigkeit führen können (z. B. schwere Pemphigoid-Erkrankungen, Epidermolysis bullosa), als Vorerkrankungsausschluss deklariert werden. Eine frühzeitige Antragstellung vor dem Auftreten solcher Erkrankungen vermeidet Leistungsausschlüsse. Ärzteversichert empfiehlt, die Pflegezusatzversicherung in das Gesamtvorsorgekonzept zu integrieren und dabei den Beitragshöchstbetrag für Sonderausgaben zu berücksichtigen, der die steuerliche Absetzbarkeit begrenzt.

Typische Fehler bei Dermatologen

Ein häufiger Fehler ist das Verwechseln von Pflegekostenversicherung und Pflegetagegeldversicherung: Die Pflegekostenversicherung erstattet nachgewiesene Pflegekosten bis zu einer Obergrenze, das Pflegetagegeld zahlt pauschal ohne Kostennachweis. Für Dermatologen als Selbstständige ist das Pflegetagegeld flexibler, weil es auch für ambulante Eigenleistungen oder informelle Pflegearrangements genutzt werden kann. Zweiter Fehler: das Abschließen ohne Dynamisierungsklausel; Pflegekosten steigen erfahrungsgemäß stärker als die allgemeine Inflation. Drittens vergessen manche Dermatologen, beim BU-Vertragsende (oft mit 67 Jahren) zu prüfen, ob die Pflegezusatzversicherung nahtlos anschließt.

Fazit

Dermatologen sollten die Pflegezusatzversicherung als festen Baustein ihrer Vorsorgestrategie verstehen, der berufsspezifische Risiken berücksichtigt und den hohen Lebensstandard auch im Pflegefall sichert. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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