Onkologen wissen aus dem Berufsalltag, wie schnell ein Pflegebedarf entstehen kann. Als Arzt mit überdurchschnittlichem Einkommen ist die Lücke zwischen dem, was die gesetzliche Pflegeversicherung leistet, und dem, was professionelle Pflege kostet, besonders groß. Eine Pflegezusatzversicherung schließt diese Lücke frühzeitig und kosteneffizient.
Das Wichtigste in Kürze
- Gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Bruchteil der Kosten: Ein Heimplatz kostet durchschnittlich 3.500 bis 5.000 EUR monatlich; die gesetzliche Pflegeversicherung erstattet bei Pflegegrad 5 maximal 2.005 EUR; die Versorgungslücke beträgt 1.500 bis 3.000 EUR monatlich.
- Früher Abschluss sichert niedrige Beiträge: Wer mit 40 Jahren eine Pflegezusatzversicherung abschließt, zahlt 60 bis 100 EUR monatlich; wer wartet bis 55 Jahre, zahlt 150 bis 250 EUR für denselben Leistungsumfang.
- Pflegetagegeld als flexibelste Option für Selbstständige: Onkologen in eigener Praxis können ein Pflegetagegeld frei einsetzen; das gibt mehr Spielraum als gebundene Sachleistungen.
Pflegezusatzversicherung speziell für Onkologen
Onkologen, die niedergelassen tätig sind, haben typischerweise ein Nettoeinkommen von 120.000 bis 200.000 EUR jährlich. Dieser Lebensstandard lässt sich im Pflegefall ohne private Vorsorge nicht halten. Die gesetzliche Pflegeversicherung wurde für ein Mittelverdiener-Versorgungsniveau konzipiert; für Ärzte mit gehobenen Ansprüchen an Wohnqualität und Pflege reicht sie nicht.
Eine Pflegetagegeldversicherung mit 100 EUR pro Tag Pflegeleistung bei Pflegegrad 3 oder höher kostet einen 42-jährigen Onkologen rund 80 bis 120 EUR monatlich. Im Leistungsfall zahlt sie 3.000 EUR pro Monat zusätzlich zur gesetzlichen Leistung aus. Das deckt die Versorgungslücke bei einem guten Pflegeheim weitgehend. Alternativ bieten Pflegebahr-Produkte (staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung) geförderte Beiträge ab 10 EUR monatlich, jedoch mit limitierten Leistungen.
Onkologen sollten bedenken, dass berufliche Belastung durch Schichtdienst, Strahlungsexposition und emotionalen Stress das eigene Gesundheitsrisiko erhöht. Eine frühzeitige Absicherung ist daher medizinisch wie finanziell sinnvoll.
Worauf Onkologen besonders achten sollten
Onkologen sollten bei der Tarifwahl auf eine leistungsauslösende Definition achten, die unabhängig von ADL-Kriterien auch kognitive Einschränkungen einschließt. In der Onkologie ist das Risiko kognitiver Beeinträchtigungen durch Therapiefolgen (Chemobrain) relevant; ein enger Leistungsauslöser, der nur motorische Einschränkungen erfasst, kann im Leistungsfall problematisch sein.
Ärzteversichert empfiehlt Onkologen, die Pflegezusatzversicherung gemeinsam mit der Berufsunfähigkeitsabsicherung zu planen. Beide Produkte sichern verschiedene Risikophasen ab: BU greift während der aktiven Berufsphase, die Pflege-Police im Alter. Eine koordinierte Planung vermeidet Doppelstrukturen und optimiert den Beitrag.
Typische Fehler bei Onkologen
Ein häufiger Fehler ist der zu späte Abschluss. Onkologen, die bis zum 55. Lebensjahr warten und dann gesundheitliche Vorerkrankungen angeben müssen, zahlen Risikozuschläge oder werden abgelehnt. Der optimale Abschlusszeitpunkt liegt zwischen 35 und 45 Jahren.
Ein weiterer Fehler ist das Unterschätzen der Beitragsdynamik. Pflegezusatzversicherungen ohne Beitragsgarantie können im Laufe der Jahre deutlich teurer werden; ein Tarif mit langfristiger Beitragsstabilität ist für Ärzte in der Praxisplanung wichtiger als ein niedriger Einstiegsbeitrag.
Fazit
Die Pflegezusatzversicherung schließt eine Lücke, die Onkologen aus dem Berufsalltag kennen, aber für sich selbst häufig verdrängen. Frühzeitig abgeschlossen ist sie ein günstiger Baustein im Absicherungsportfolio. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Gesundheit – Pflegeversicherung
- Verbraucherzentrale – Pflegezusatzversicherung im Vergleich
- Bundesärztekammer – Altersvorsorge für Ärzte
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →