Radiologen mit eigenem Praxisbetrieb haben ein überdurchschnittliches Einkommen und damit einen überdurchschnittlichen Lebensstandard, den sie auch im Pflegefall aufrechterhalten möchten. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt bei einem Pflegegrad 3 nur etwa 1.700 Euro monatlich ab, was für die meisten Radiologen eine erhebliche Versorgungslücke bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Pflegekosten in einem vollstationären Pflegeheim belaufen sich 2025 auf durchschnittlich 2.500 bis 3.800 Euro Eigenanteil pro Monat; die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil davon.
  • Radiologen als überwiegend nicht körperlich arbeitende Fachärzte haben gegenüber operativen Kollegen zwar ein geringeres Berufsunfähigkeitsrisiko, aber das allgemeine Pflegefallrisiko ist für alle Bevölkerungsgruppen gleich hoch.
  • Eine Pflegezusatzversicherung sollte idealerweise vor dem 50. Lebensjahr abgeschlossen werden, da die Beiträge danach deutlich steigen.

Pflegezusatzversicherung speziell für Radiologen

Radiologen sind in der Regel Mitglieder der privaten Krankenversicherung (PKV), was bereits einen Teil der Pflegekosten besser absichert als die GKV. Dennoch ist auch die private Krankenversicherung keine vollständige Pflegeversicherung: Die private Pflege-Pflichtversicherung (PPV), die parallel zur PKV geführt wird, entspricht in ihren Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung und deckt dieselben Tagessätze ab. Nur eine zusätzliche private Pflegezusatzversicherung schließt die Lücke zwischen den gesetzlichen Leistungen und den tatsächlichen Pflegekosten.

Für Radiologen, die hohe monatliche Einkommen von 15.000 bis 30.000 Euro gewohnt sind, ist eine Pflegezusatzversicherung mit einem monatlichen Pflegetagegeld von mindestens 80 bis 150 Euro empfehlenswert. Dies entspricht einer zusätzlichen monatlichen Absicherung von 2.400 bis 4.500 Euro, die zusammen mit den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung die meisten Pflegeheimkosten abdeckt. Pflegetagegeldversicherungen sind in den Beiträgen steuerlich als Sonderausgabe absetzbar, was bei einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent den Nettoaufwand erheblich reduziert.

Worauf Radiologen besonders achten sollten

Bei der Produktauswahl sollten Radiologen auf drei Kriterien achten: die Dynamisierung der Leistungen (jährliche Erhöhung des Tagegelds entsprechend der Pflegekostenentwicklung), die Wartezeiten (bei einigen Tarifen gelten drei bis fünf Jahre Wartezeit für bestimmte Leistungen) und die Definition des Pflegefalls (ärztliche vs. gesetzliche Pflegegrad-Einstufung). Ärzteversichert empfiehlt, die Pflegezusatzversicherung in die Gesamtstrategie der Altersvorsorge zu integrieren: Wer starkes Vermögen aufbaut, braucht möglicherweise weniger Pflegetagegeld, weil er Pflegekosten aus dem Vermögen bestreiten kann.

Typische Fehler bei Radiologen

Ein häufiger Fehler ist der zu späte Abschluss. Wer die Pflegezusatzversicherung erst ab 55 Jahren angeht, zahlt deutlich höhere Beiträge und hat möglicherweise gesundheitliche Vorerkrankungen, die zu Risikoaufschlägen führen. Ein weiterer Fehler ist die fehlende Abstimmung mit dem Ehepartner: In vielen Fällen ist der Partner nicht oder unzureichend pflegeversichert; eine abgestimmte gemeinsame Vorsorge ist wirtschaftlich sinnvoller als zwei unkoordinierte Einzelabschlüsse.

Fazit

Radiologen mit hohem Einkommensniveau sollten die Pflegezusatzversicherung frühzeitig als Teil ihrer Altersvorsorgestrategie planen, um den gewohnten Lebensstandard auch im Pflegefall sicherzustellen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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