Orthopäden gehören zu den Facharztgruppen mit besonders hoher körperlicher Belastung im Berufsalltag. Langandauerndes Stehen, das Heben von Patienten und repetitive Bewegungen führen häufig zu Berufserkrankungen des Bewegungsapparats. Eine durchdachte PKV-Wahl sollte diese Besonderheiten berücksichtigen und neben dem Leistungsumfang auch die Absicherung im Krankheits- oder Berufsunfähigkeitsfall in den Blick nehmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Orthopäden, die selbstständig tätig sind, können sofort in die PKV eintreten; angestellte Orthopäden benötigen ein Jahresgehalt über 73.800 Euro (2025).
  • Orthopädische Berufserkrankungen (Bandscheibenvorfall, Schulter-Impingement) können bei PKV-Tarifen mit vorvertraglicher Gesundheitsprüfung zu Ausschlüssen führen; vollständige Angaben sind Pflicht.
  • Die Kombination aus PKV und einer starken Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Orthopäden besonders empfehlenswert.

PKV-Wahl speziell für Orthopäden

Orthopäden in eigener Praxis erzielen Jahresgewinne von durchschnittlich 150.000 bis 320.000 Euro. Bei diesem Einkommensniveau ist der finanzielle Vorteil der PKV gegenüber der GKV erheblich: Ein 40-jähriger Orthopäde zahlt für einen hochwertigen PKV-Tarif (Chefarzt, Einbettzimmer, keine Selbstbeteiligung) ca. 500 bis 700 Euro monatlich, während der GKV-Höchstbeitrag (Arbeitnehmeranteil + KV-Zuschuss für Selbstständige) bei ca. 900 Euro monatlich liegt. Die jährliche Ersparnis kann 2.400 bis 4.800 Euro betragen, bei gleichzeitig besseren Leistungen.

Für die Inanspruchnahme eigener orthopädischer Behandlungen (MRT ohne Wartezeit, operative Eingriffe beim Wahlarzt) ist die PKV entscheidend vorteilhaft. Kreuzbandrupturen, Meniskusoperationen und Schultereingriffe, die im Berufsalltag häufig vorkommen, werden in der PKV meist ohne Wartezeit und mit dem Arzt des Vertrauens durchgeführt.

Worauf Orthopäden besonders achten sollten

Bei der Gesundheitsprüfung für die PKV müssen Orthopäden bestehende Beschwerden des Bewegungsapparats vollständig angeben. Wer einen Bandscheibenvorfall in der Vorgeschichte hatte oder aktuell unter Knieschmerzen leidet, muss dies bei der Antragstellung deklarieren. Ärzteversichert prüft im Vergleich, welche Anbieter trotz Vorerkrankungen an der Wirbelsäule oder an Gelenken noch akzeptable Konditionen bieten.

Die Tarifwahl sollte außerdem die Leistungen für komplementäre Verfahren wie Physiotherapie, Osteopathie und manuelle Medizin berücksichtigen, die Orthopäden im eigenen Alltag häufig nutzen. Nicht alle PKV-Tarife erstatten diese Leistungen unbegrenzt; Jahreshöchstgrenzen von 1.000 bis 2.000 Euro sind üblich.

Typische Fehler bei Orthopäden

Viele Orthopäden wählen einen Tarif mit hohem Selbstbehalt (z. B. 1.500 Euro/Jahr), ohne zu bedenken, dass bei einer operativen Behandlung schnell das Dreifache anfällt. Ein weiterer Fehler ist der fehlende Vergleich zwischen Tarifen verschiedener Anbieter: Prämienunterschiede von 150 bis 250 Euro monatlich bei ähnlichem Leistungsumfang sind keine Seltenheit. Schließlich unterschätzen viele Orthopäden die langfristige Beitragssteigerung und planen nicht, wie der PKV-Beitrag im Rentenalter finanziert werden soll.

Fazit

Die PKV ist für niedergelassene Orthopäden in den meisten Fällen die wirtschaftlich und leistungsmäßig überlegene Krankenversicherung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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