Neurologische Praxen haben spezifische Personalanforderungen, die sich aus dem besonderen Patientenklientel und den diagnostischen Leistungen ergeben. Patienten mit Epilepsie, Parkinson, Multipler Sklerose oder Demenz benötigen erfahrenes und einfühlsames Personal. Gleichzeitig muss das Team technisch für Neurophysiologie und MS-Infusionen gerüstet sein.
Das Wichtigste in Kürze
- Neurologische Praxen benötigen MFA mit Qualifikationen in Neurophysiologie (EEG, EMG, evozierte Potenziale) und ggf. MS-Infusionstherapie.
- Die Einarbeitung neurophysiologischer Assistenten dauert in der Regel sechs bis zwölf Monate; Fluktuation ist besonders kostspielig.
- Arbeitsrechtlich sind klare Verträge mit Arbeitszeitregelungen für Bereitschaftsdienste (bei Epilepsie-Notfällen) unerlässlich.
Praxis-Personal speziell für Neurologen
Neurologische Praxen, die ein breites Spektrum abdecken, brauchen Personal mit außergewöhnlicher Vielseitigkeit. Für neurophysiologische Untersuchungen (EEG, EMG, Nervenleitgeschwindigkeit, evozierte Potenziale) werden speziell ausgebildete Neurophysiologiefachkräfte oder MFA mit entsprechender Zusatzqualifikation benötigt. Diese Qualifikationen werden an spezialisierten Bildungseinrichtungen oder durch Kurse der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie (DGKN) erworben.
Darüber hinaus bieten zunehmend mehr Neurologiepraxen MS-Infusionstherapien an, für die eine pflegerische Qualifikation oder MFA-Zusatzausbildung in i.v.-Infusionstechnik erforderlich ist. Für Praxen mit Botulinumtoxin-Therapie (Botox bei Spastik, Dystonie, Migräne) sind außerdem Kenntnisse in der Handhabung hochpotenter Substanzen notwendig. Diese speziellen Anforderungen machen gut eingearbeitete neurologie-erfahrene MFA zu einem wertvollen und schwer ersetzbaren Personalstamm.
Worauf Neurologen besonders achten sollten
Neurologen sollten sicherstellen, dass ihre Betriebshaftpflicht auch Schäden durch MFA-Tätigkeiten wie EEG-Ableitungen oder Infusionsgaben abdeckt. Ärzteversichert empfiehlt außerdem, bei der Personalplanung nicht nur auf das aktuelle Team zu schauen, sondern eine Vertretungsstrategie zu entwickeln, die den Praxisbetrieb auch bei krankheitsbedingten Ausfällen sicherstellt. Da neurophysiologische Fachkräfte rar sind, kann Krankheitsausfall schnell zu Terminausfällen und Einnahmeverlusten führen.
Typische Fehler bei Neurologen
Ein häufiger Fehler ist die fehlende Vereinbarung einer Rückzahlungsklausel bei Fortbildungskosten, wenn MFA nach kurzer Zeit die Praxis verlassen. Außerdem werden Haftungsfragen bei der Delegation von Infusionstherapien an MFA oft nicht vertraglich und dokumentatorisch ausreichend geregelt.
Fazit
Ein qualifiziertes neurologisches Praxisteam ist die Basis für eine hochwertige Patientenversorgung und wirtschaftliche Stabilität der Praxis. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Delegation und Substitution ärztlicher Leistungen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Arbeitsrecht
- Bundesärztekammer – Fortbildung MFA
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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