Die Finanzierung einer internistischen Praxis stellt für viele angehende Niederlasser eine der größten Herausforderungen dar. Ob Neugründung oder Praxisübernahme, ob hausärztlich oder fachärztlich tätig, die richtige Finanzierungsstruktur entscheidet maßgeblich darüber, wie schnell eine Praxis wirtschaftlich tragfähig wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Finanzierungsvolumen für eine internistische Praxis liegt je nach Schwerpunkt zwischen 80.000 und 400.000 Euro
  • Bankdarlehen, KfW-Förderkredite und Eigenkapital bilden die klassische Finanzierungsstruktur
  • Eine detaillierte Rentabilitätsvorschau für 3 bis 5 Jahre ist Voraussetzung für die Bankzusage

Praxisfinanzierung speziell für Internisten

Internisten, die eine bestehende Praxis übernehmen, müssen neben dem Kaufpreis (Goodwill plus Substanzwert) auch die laufenden Betriebskosten der Anlaufphase finanzieren. Typischerweise umfasst das Finanzierungspaket ein Annuitätendarlehen für die Übernahme (Zinssatz 2025: 3,5 bis 5,5 % p. a., Laufzeit 10 bis 15 Jahre) sowie einen Kontokorrentkredit für die laufende Liquidität (6 bis 12 Monate Betriebskosten, ca. 50.000 bis 100.000 Euro).

KfW-Förderprogramme, insbesondere der ERP-Gründerkredit "StartGeld" (bis 125.000 Euro) und der "Unternehmerkredit" (bis 25 Millionen Euro), sind für Internisten attraktive Ergänzungen zur Hauptbankfinanzierung, da die Konditionen in der Regel günstiger sind als bei klassischen Darlehen. Die Eigenkapitalquote von mindestens 10 bis 20 % des Gesamtinvestitionsvolumens wird von den meisten Banken als Voraussetzung gefordert. Wer über wenig Eigenkapital verfügt, kann eine Bürgschaft der KfW oder der Bürgschaftsbank des jeweiligen Bundeslandes in Anspruch nehmen.

Worauf Internisten besonders achten sollten

Internisten sollten bei der Bankenauswahl nicht nur auf den Zinssatz achten, sondern auch auf Tilgungsflexibilität (z. B. Tilgungsaussetzung in den ersten Jahren) und Sondertilgungsrechte. Ärzteversichert empfiehlt, vor Unterzeichnung eines Kreditvertrages einen unabhängigen Finanzberater hinzuzuziehen, der die Konditionen verschiedener Angebote vergleicht und die Tragfähigkeit der Finanzierung simuliert. Eine Praxisausfallversicherung sollte parallel zur Finanzierung abgeschlossen werden, um Kreditraten auch bei krankheitsbedingtem Ausfall abzusichern.

Typische Fehler bei Internisten

Ein häufiger Fehler ist das Unterschätzen des Kapitalbedarfs für die Anlaufphase: Viele Internisten vergessen, die ersten 3 bis 6 Monate ohne ausreichende KV-Einnahmen zu überbrücken. Außerdem wird die Tilgungshöhe zu hoch angesetzt, was die monatliche Liquidität der Praxis stark belastet.

Fazit

Eine gut strukturierte Praxisfinanzierung mit ausreichend Liquiditätsreserve und passendem Kreditrahmen ist die Grundlage für einen erfolgreichen Praxisstart als Internist. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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