Die Gründung einer orthopädischen Praxis erfordert mehr Planung und Kapital als in vielen anderen Fachrichtungen. Geräteintensität, Flächenbedarf und das breite Leistungsspektrum machen eine sorgfältige Vorbereitung unerlässlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Orthopädische Praxen benötigen ausreichend Fläche für Wartezone, Behandlungsräume und physio- oder sporttherapeutische Bereiche.
- Die KV-Zulassung ist Voraussetzung für die Abrechnung gesetzlich Versicherter und muss rechtzeitig beantragt werden.
- Ein umfassender Versicherungsschutz ab dem ersten Behandlungstag ist Pflicht.
Praxisgründung speziell für Orthopäden
Orthopädische Praxen bieten häufig ein breites Spektrum an Leistungen, von konservativer Behandlung und physikalischer Therapie bis zu ambulanten operativen Eingriffen. Für die Praxisplanung bedeutet das: Der Raumbedarf liegt je nach Leistungsangebot zwischen 150 und 400 Quadratmetern, was in einem günstigen Stadtgebiet Mietkosten von 3.000 bis 8.000 Euro monatlich entspricht. Dieser Fixkostenblock muss von Beginn an im Finanzplan berücksichtigt werden.
Bevor die Praxis eröffnet, müssen mehrere parallele Prozesse abgeschlossen sein: die KV-Zulassung, die Anmeldung beim Versorgungswerk, die Eintragung bei der Ärztekammer sowie alle bau- und gewerberechtlichen Genehmigungen. Ein realistische Vorlaufzeit beträgt 9 bis 18 Monate. Wer die Praxiseröffnung auf einen festen Termin hin plant, sollte diesen Zeitpuffer fest einkalkulieren.
Worauf Orthopäden besonders achten sollten
Eine orthopädische Neugründung ohne ausreichenden Versicherungsschutz ist ein erhebliches Risiko. Zur Mindestausstattung gehören Berufshaftpflicht (mindestens 3 Millionen Euro je Schadensfall), Praxisinhaltsversicherung für Geräte und Einrichtung sowie eine Betriebsunterbrechungsversicherung. Ärzteversichert berät Orthopäden bei der Zusammenstellung eines individuellen Versicherungspakets, das auch eine eventuelle spätere Erweiterung um Gesellschafter oder Angestellte berücksichtigt.
Typische Fehler bei Orthopäden
Viele Praxisgründer in der Orthopädie planen den Anlaufverlust zu optimistisch: Erfahrungsgemäß arbeiten neue Praxen in den ersten 12 bis 18 Monaten unter dem Break-even. Wer nicht ausreichend Eigenkapital oder Betriebsmittelreserven vorhält, gerät schnell unter Liquiditätsdruck. Ein weiterer Fehler ist das Fehlen klarer Honorarvereinbarungen für IGeL-Leistungen, was zu Umsatzausfällen führt, die gerade in der Startphase schmerzlich sind.
Fazit
Eine erfolgreiche orthopädische Praxisgründung steht und fällt mit der Qualität der Vorbereitung in finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Fragen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- KBV – Praxisgründung Schritt für Schritt
- Bundesärztekammer – Zulassungsvoraussetzungen
- KfW – Förderung für Praxisgründungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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