Die Praxisgründung in der Radiologie ist wegen des extrem hohen Investitionsbedarfs die anspruchsvollste Unternehmensgründung im medizinischen Bereich. Ein MRT-Gerät kostet 800.000 bis 1,5 Millionen Euro, ein CT-Gerät 400.000 bis 800.000 Euro; hinzu kommen Raumkosten, digitale Infrastruktur und Personalaufwand für MTRA. Eine Neugründung ist daher in der Praxis selten; die meisten Radiologen steigen über Übernahme oder Beteiligung in eine bestehende Gemeinschaftspraxis ein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine eigenständige radiologische Neugründung mit MRT und CT erfordert ein Investitionsvolumen von 1,5 bis 3 Millionen Euro; eine Bankfinanzierung ist ohne erhebliche Eigenkapitalbasis kaum realisierbar.
  • Radiologische Praxen benötigen eine Genehmigung nach dem Strahlenschutzgesetz sowie eine KV-Zulassung; beide Verfahren sind zeitaufwendig und an strenge Anforderungen geknüpft.
  • Der wirtschaftliche Betrieb setzt eine hohe Auslastung voraus: Ein MRT muss mindestens zwölf bis vierzehn Untersuchungen pro Tag durchführen, um kostendeckend zu arbeiten.

Praxisgründung speziell für Radiologen

Wer eine radiologische Praxis neu gründen möchte, steht vor mehreren parallelen Hürden: Neben der KV-Zulassung nach § 95 SGB V ist eine Genehmigung nach dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) erforderlich, die den Nachweis der technischen Eignung der Geräte und der fachkundigen Überwachung umfasst. Die Praxisräume müssen strahlenschutztechnisch abgenommen werden, was eigene bauliche Anforderungen an Wandstärken, Türen und Belüftung stellt. Allein die Strahlenschutzplanung und der entsprechende Umbau können 100.000 bis 300.000 Euro kosten.

Der Kassenarztsitz für die Radiologie ist in vielen Ballungsräumen gesperrt, da der lokale Bedarf als gedeckt gilt. Neugründungen sind dort nur möglich, wenn ein bestehender Sitz erworben wird oder wenn durch MVZ-Gründung ein neuer Sitz erschlossen werden kann. Alternativ gründen Radiologen in unterversorgten Regionen, wo die KV Zulassungen erteilt oder sogar Förderprogramme für die Niederlassung bereitstellt. Die wirtschaftliche Kalkulation muss eine Anlaufphase von mindestens zwölf bis achtzehn Monaten einplanen, in der Auslastung und Erlöse noch unter den Zielwerten liegen.

Worauf Radiologen besonders achten sollten

Die Finanzierungsstruktur ist bei radiologischen Praxisgründungen entscheidend. Banken finanzieren in der Regel 70 bis 80 Prozent des Investitionsbedarfs; der Rest muss als Eigenkapital eingebracht werden. Bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von zwei Millionen Euro bedeutet das ein Eigenkapital von 400.000 bis 600.000 Euro. Ärzteversichert empfiehlt, parallel zur Finanzierungsplanung auch die Absicherung der Investition zu planen: Eine Betriebsunterbrechungsversicherung und eine Geräteversicherung sind für radiologische Praxen mit hohem Gerätewert unverzichtbar.

Typische Fehler bei Radiologen

Ein häufiger Fehler ist die Unterschätzung der Anlaufphase. Viele Radiologen kalkulieren zu optimistisch, wie schnell die Auslastung auf das Zielniveau steigt. Geplante zwölf Monate Anlaufphase werden in der Praxis häufig zu achtzehn oder vierundzwanzig Monaten. Ein weiterer Fehler ist das Fehlen einer Wartungsreserve im Finanzplan: Hochwertige Bildgebungsgeräte erfordern regelmäßige Wartungsverträge mit jährlichen Kosten von 30.000 bis 80.000 Euro pro Gerät; werden diese im Businessplan vergessen, entstehen unerwartete Kostenpositionen.

Fazit

Eine radiologische Praxisgründung ist wirtschaftlich machbar, erfordert aber erhebliches Eigenkapital, sorgfältige Standortanalyse und professionelle Begleitung durch Investitionsplanung und Versicherungsschutz. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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