Internisten behandeln ein breites Spektrum chronischer und akuter Erkrankungen; die Komplexität der Diagnostik und die Vielzahl der Leitlinien, die in einer internistischen Praxis relevant sind, machen ein durchdachtes QM-System zu einem unverzichtbaren Praxisinstrument. Hinzu kommt, dass Internisten mit Schwerpunkt (Kardiologie, Gastroenterologie, Diabetologie) zusätzlich fachspezifische Zertifizierungsanforderungen erfüllen müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Leitlinien-Mapping im QM: Eine internistische Praxis muss Behandlungspfade für die häufigsten Diagnosen (Hypertonie, Diabetes Typ 2, Herzinsuffizienz, COPD) im QM-Handbuch dokumentiert haben.
  • Disease-Management-Programme: Internisten mit DMP-Zulassung unterliegen besonderen QM-Anforderungen, einschließlich regelmäßiger Abrechnungsprüfungen durch die KV.
  • Gerätequalitätssicherung: EKG-Geräte, Langzeit-EKGs, Ergometer und Ultraschallgeräte müssen in definierten Intervallen kalibriert und gewartet werden; Versäumnisse können zur Leistungsrückforderung führen.

QM-Systeme speziell für Internisten

Internistische Praxen mit Schwerpunkt Kardiologie oder Diabetologie unterliegen neben der allgemeinen QM-Richtlinie der KBV auch spezifischen Qualitätssicherungsvereinbarungen nach § 135 Abs. 2 SGB V. Eine Praxis mit Echokardiographie-Genehmigung muss beispielsweise regelmäßige Fallbesprechungen und Gerätewartungsprotokolle vorhalten, die bei Prüfung durch den MDK vorgelegt werden können. Bei DMP-Verträgen (z. B. Diabetes mellitus Typ 2) erfolgt die QM-Prüfung indirekt über die DMP-Dokumentationsquoten: Praxen, die weniger als 80 Prozent der erforderlichen Verlaufsdokumentation erbringen, riskieren Honorarkürzungen.

Praktisch empfiehlt sich für eine Internistenpraxis mit 1.200 Scheinen pro Quartal ein QM-System, das Behandlungspfade als digitale Checklisten in der Praxissoftware integriert. Anbieter wie mediDOK oder TÜV-Südwestfalen bieten branchenspezifische Vorlagen für internistische Praxen an; die Einrichtungskosten liegen bei 1.500 bis 3.500 EUR, die Jahreswartung bei 500 bis 1.000 EUR.

Worauf Internisten besonders achten sollten

Internisten mit mehreren Schwerpunkten sollten das QM-Handbuch modular aufbauen, sodass jeder Schwerpunktbereich separat gepflegt und aktualisiert werden kann. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Notfallmanagement: Eine internistische Praxis mit kardiologischen Patienten muss mindestens einen Defibrillator, einen Notfallkoffer und ein schriftliches Reanimationsprotokoll vorhalten. Ärzteversichert empfiehlt, auch das Risikomanagement-Element des QM-Systems auf die Berufshaftpflicht abzustimmen: Versicherer können im Schadenfall nachfragen, ob die Praxis ein aktives Fehlermelde- und Präventionssystem betrieben hat.

Typische Fehler bei Internisten

Ein häufiger Fehler ist das Auseinanderdriften von QM-Dokumentation und gelebter Praxis: Das Handbuch beschreibt Prozesse, die im Alltag anders ablaufen, was im Prüfungsfall als Organisationsversagen gewertet werden kann. Zweiter Fehler: die fehlende Einbindung des nichtärztlichen Personals. MFA, die Blutabnahmen, EKGs und Ergometrie durchführen, müssen im QM-Handbuch als qualifizierte Mitarbeiter aufgeführt sein. Drittens unterschätzen viele Internisten den Aufwand für die Dokumentation von Gerätewartungen; ein zentrales Gerätebuch (digital oder analog) ist die einfachste Lösung.

Fazit

Ein funktionsfähiges QM-System schützt die internistische Praxis vor Honorarkürzungen, Haftpflichtansprüchen und behördlichen Beanstandungen und ist damit ein wirtschaftlicher Schutzfaktor, nicht nur ein bürokratischer Aufwand. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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