Urologische Praxen sind nach § 135a SGB V zur Einführung und Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagements verpflichtet. Angesichts des breiten urologischen Leistungsspektrums von ambulanter Krebsfrüherkennung bis hin zu ambulanten operativen Eingriffen ist ein strukturiertes QM-System nicht nur Pflicht, sondern auch ein wirtschaftliches Steuerungsinstrument.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die QM-Pflicht nach § 135a SGB V gilt für alle vertragsärztlichen Praxen; urologische Praxen mit ambulantem OP-Betrieb unterliegen zusätzlichen Qualitätssicherungsanforderungen nach § 135 SGB V.
  • Zertifizierungen nach KTQ, DIN ISO 9001 oder dem KBV-eigenen QEP-System verbessern die Praxisstruktur und können bei Selektivverträgen als Qualitätsnachweise gefordert werden.
  • Urologische Praxen mit Fokus auf Prostatakrebsfrüherkennung und Krebsnachsorge haben spezifische Dokumentationsanforderungen, die im QM-System abgebildet sein müssen.

QM-Systeme speziell für Urologen

Urologie ist eine Fachrichtung mit einem ungewöhnlich breiten ambulanten Leistungsspektrum: Neben der allgemeinen fachärztlichen Versorgung umfasst sie PSA-gestützte Krebsfrüherkennung, Biopsieentnahmen, minimal-invasive ambulante Eingriffe (Blasenspiegelung, Harnleiterschienung) und in spezialisierten Praxen auch laparoskopische Eingriffe. Jeder dieser Bereiche stellt eigene QM-Anforderungen: Für Biopsien und ambulante Eingriffe gelten Hygiene- und Sterilitätsstandards, für die Krebsfrüherkennung gibt es spezifische Dokumentationspflichten und für die Nachsorge onkologischer Patienten müssen Recall-Systeme für fristgerechte Kontrolltermine implementiert sein.

Ein praxisgerechtes QM-System für Urologen sollte folgende Module umfassen: Hygienemanagement (Reinigungs- und Desinfektionspläne, Sterilisationsprotokoll für Endoskope), Beschwerdemanagement (schriftliches Verfahren für Patientenbeschwerden), Fehlermeldewesen (internes CIRS-System), Recall-System für Vorsorge- und Nachsorgepatienten sowie Fortbildungsplanung für das gesamte Praxisteam. KBV-QEP (Qualität und Entwicklung in Praxen) ist das meistgenutzte QM-System in deutschen Arztpraxen; es ist speziell auf den ambulanten Bereich zugeschnitten und kann ohne externe Zertifizierung eingeführt werden.

Worauf Urologen besonders achten sollten

Urologen mit ambulantem OP-Betrieb unterliegen der QS-Vereinbarung ambulantes Operieren nach § 135 SGB V und müssen zusätzliche Qualitätsdokumentation führen. Ärzteversichert empfiehlt, das QM-System mit der Berufshaftpflichtversicherung zu verknüpfen: Eine gute QM-Dokumentation ist im Haftungsfall entlastend, weil sie zeigt, dass Standardprozesse eingehalten wurden. Darüber hinaus können QM-Zertifikate bei Verhandlungen mit Selektivvertragspartnern als Qualitätsnachweis eingebracht werden.

Typische Fehler bei Urologen

Ein häufiger Fehler ist die rein formale QM-Einführung ohne gelebte Praxiskultur. Wenn QM-Dokumente erstellt, aber nie aktualisiert oder im Alltag genutzt werden, hat das System keinen Mehrwert und hält Prüfungen nicht stand. Ein weiterer Fehler ist das Vergessen der Mitarbeiterschulung: Ein QM-System ist nur so gut wie das Wissen der Mitarbeitenden darüber; regelmäßige Einweisungen und Schulungen sind essenziell.

Fazit

Ein gut implementiertes QM-System gibt urologischen Praxen strukturelle Sicherheit, verbessert die Behandlungsqualität und schützt im Haftungsfall. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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