Orthopäden gehören zu den Fachärzten mit dem höchsten Arzthaftungsrisiko: Operationen an Wirbelsäule, Hüfte, Knie und Schulter bergen das Risiko von Folgeschäden, die teils erhebliche zivilrechtliche und strafrechtliche Konsequenzen haben können. Eine Rechtsschutzversicherung, die speziell auf die Bedürfnisse von Orthopäden ausgerichtet ist, ist daher unverzichtbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Orthopäden benötigen Rechtsschutz für Berufs-, Vertrags- und Verwaltungsrechtsstreitigkeiten sowie expliziten Strafrechtsschutz.
  • Die Deckungssumme sollte mindestens 300.000 bis 500.000 Euro betragen, da orthopädische Haftungsfälle kostspielige Sachverständigengutachten erfordern.
  • Selektivvertragsrechtsschutz (für BG-Arzt-Verfahren und IV-Verträge) ist für operierende Orthopäden ein relevanter Zusatzbaustein.

Rechtsschutzversicherung speziell für Orthopäden

Orthopäden, die operative Eingriffe durchführen, sind einem besonders intensiven Haftungsumfeld ausgesetzt. Laut Bundesärztekammer-Statistik entfällt auf Orthopädie und Unfallchirurgie mit Abstand der größte Anteil der Arzthaftungsvorwürfe aller Fachgebiete. Komplizierte Wirbelsäulenoperationen, Gelenkersatz-Eingriffe und arthroskopische Verfahren sind typische Anlässe für Patientenbeschwerden, die zunächst bei der Schlichtungsstelle der Ärztekammer landen und bei Nichteinigung vor Gericht enden.

Ein einzelner Arzthaftungsprozess erzeugt Anwaltskosten, Gerichtskostenvorschüsse und Sachverständigenhonorare in Höhe von 20.000 bis 80.000 Euro, in komplexen Fällen noch mehr. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt diese Kosten, sodass Orthopäden ihren Rechtsfall ohne finanziellen Druck führen können. Besonders wichtig ist die Mitversicherung des Strafrechtsschutzes: Wenn ein Patient nach einer Operation mit dauerhafter Beeinträchtigung Strafanzeige wegen Körperverletzung erstattet, sind Anwaltskosten für die Strafverteidigung ohne Rechtsschutz komplett selbst zu tragen.

Worauf Orthopäden besonders achten sollten

Orthopäden sollten beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung prüfen, ob die Kosten für außergerichtliche Streitbeilegung (z.B. Mediation oder Schlichtungsstellenverfahren) eingeschlossen sind. Diese vorgerichtlichen Verfahren sind für Ärzte kostengünstiger und schneller, werden aber nicht von allen Rechtsschutzverträgen gedeckt. Ärzteversichert empfiehlt, die Rechtsschutzversicherung bei einem auf Heilberufe spezialisierten Makler zu beziehen, um sicherzustellen, dass alle relevanten Rechtsgebiete abgedeckt sind.

Typische Fehler bei Orthopäden

Ein häufiger Fehler ist das Vertrauen auf den Rechtsschutz, der über eine Berufsverbandsmitgliedschaft (z.B. BVOU) gewährt wird. Verbandlicher Rechtsschutz ist in der Regel auf bestimmte Verfahrenstypen begrenzt und hat niedrigere Deckungssummen als individuelle Versicherungsverträge. Eine eigene Rechtsschutzversicherung ist daher in aller Regel die sicherere Wahl.

Fazit

Eine umfassende Rechtsschutzversicherung ist für operierende Orthopäden angesichts des erhöhten Haftungsrisikos eine unentbehrliche Absicherung gegen die hohen Kosten beruflicher Rechtsstreitigkeiten. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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