Zahnärzte sind in ihrem Berufsalltag zahlreichen rechtlichen Risiken ausgesetzt: von Behandlungsfehlern bei Implantaten und Füllungen über Abrechnungsstreitigkeiten mit Krankenkassen bis hin zu Konflikten mit dem Mietvermieter der Praxisräume. Eine Rechtsschutzversicherung schützt vor den teils erheblichen Kosten solcher Auseinandersetzungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zahnärzte benötigen eine Rechtsschutzversicherung mit Berufs-, Vertrags- und Verwaltungsrechtsschutz sowie Strafrechtsschutz.
  • Implantatbehandlungen und aufwendige zahntechnische Prothetik sind häufige Anlässe für Haftungsstreitigkeiten.
  • Eine Deckungssumme von 300.000 bis 500.000 Euro ist empfehlenswert; Kosten für Sachverständigengutachten sind meist der teuerste Posten.

Rechtsschutzversicherung speziell für Zahnärzte

Zahnärzte sind mit steigenden Haftungsansprüchen konfrontiert: Implantatbehandlungen, die Tausende von Euro kosten und die Patienten auf ein funktionierendes Ergebnis hoffen, führen bei Misserfolgen regelmäßig zu Schadensersatzforderungen. Laut Zahnärztekammer-Statistiken machen Implantat-Komplikationen heute rund 30 Prozent aller zahnärztlichen Behandlungsfehlerbeschwerden aus. Die Kosten für Gutachter, Anwälte und Gerichtsgebühren in einem solchen Prozess liegen schnell bei 20.000 bis 60.000 Euro.

Zahnärzte sollten auch an den Strafrechtsschutz denken: Wenn ein Patient nach einer Extraktion oder einem Implantat-Eingriff schwerwiegende Komplikationen erleidet und Strafanzeige wegen Körperverletzung stellt, brauchen Zahnärzte einen Strafverteidiger. Die Kosten für einen spezialisierten Strafverteidiger beginnen bei 300 bis 500 Euro pro Stunde; ein solches Verfahren kann sich über Monate erstrecken.

Worauf Zahnärzte besonders achten sollten

Zahnärzte sollten beim Rechtsschutz sicherstellen, dass Auseinandersetzungen mit der KZBV oder den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) über Honorarkürzungen und Plausibilitätsprüfungen eingeschlossen sind. Solche Verfahren sind teuer und erfordern spezialisierte Rechtsberatung. Ärzteversichert empfiehlt, einen Makler zu konsultieren, der explizit auf Heilberufe spezialisiert ist und Zahnarzttarife detailliert vergleichen kann.

Typische Fehler bei Zahnärzten

Ein häufiger Fehler ist das Nichtbeachten der Meldefristen. Wenn sich ein Rechtsstreit anbahnt und der Zahnarzt dies nicht zeitnah dem Rechtsschutzversicherer meldet, kann dies zur Leistungsablehnung führen. Rechtsschutzversicherungen haben in der Regel eine Wartezeit von 3 bis 6 Monaten; Streitigkeiten, die in dieser Zeit entstehen, sind ausgeschlossen.

Fazit

Eine umfassende Rechtsschutzversicherung mit ausreichender Deckungssumme schützt Zahnärzte vor den erheblichen Kosten beruflicher Rechtsstreitigkeiten in einem zunehmend haftungssensiblen Umfeld. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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