Anästhesisten sind überwiegend als Krankenhausärzte oder in anästhesiologischen Kooperationsgemeinschaften tätig. Ohne eigene Praxis fehlt das Praxisvermögen als Absicherungspuffer für die Familie; die Risikolebensversicherung ist deshalb für angestellte Anästhesisten der wichtigste Todesfallschutz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Angestelltes Einkommen ohne Praxisvermögen: Anästhesisten haben anders als niedergelassene Ärzte keinen Praxiswert, der im Todesfall die Familie absichert.
  • Hohe Diensthäufigkeit erhöht Erschöpfungsrisiko: Anästhesisten mit hoher Dienstbelastung haben statistisch häufiger Burnout; Vorerkrankungsfreiheit zum Abschluss-Zeitpunkt ist für günstige Beiträge wichtig.
  • Kreditschutz bei Immobilienfinanzierung: Wer eine Wohnimmobilie mit 300.000 bis 600.000 EUR finanziert, sollte die Kreditsumme als Mindestversicherungssumme wählen.

Risikolebensversicherung speziell für Anästhesisten

Anästhesisten verdienen nach TV-Ärzte je nach Dienstsituation und Klinikgröße zwischen 8.000 und 14.000 EUR brutto monatlich; Oberärzte mit regelmäßigem Dienst erreichen das obere Ende dieser Spanne. Dieses Einkommen ist vollständig mit dem Arzt verbunden; im Todesfall entfällt es sofort. Eine Risikolebensversicherung mit dem 3- bis 5-fachen des Jahresnettoeinkommens sichert die Familie für einen Übergangszeitraum ab.

Für einen 35-jährigen nicht rauchenden Anästhesisten ohne Vorerkrankungen kostet eine Risikolebensversicherung über 400.000 EUR mit 20 Jahren Laufzeit je nach Anbieter zwischen 30 und 60 EUR monatlich. Diese Kosten sind im Verhältnis zur Absicherungswirkung sehr gering und sollten nicht als Sparposition betrachtet werden.

Worauf Anästhesisten besonders achten sollten

Anästhesisten sollten bei der Gesundheitsprüfung besondere Sorgfalt bei der Angabe von Burnout-Episoden, Depressionen oder chronischen Rückenproblemen walten lassen. Diese Erkrankungen sind in der Berufsgruppe häufig; verschwiegene Vorerkrankungen führen im Todesfall zur Anfechtung des Vertrags.

Ärzteversichert empfiehlt Anästhesisten, eine Risikolebensversicherung mit einer Nachversicherungsoption abzuschließen, die eine spätere Erhöhung der Versicherungssumme ohne neue Gesundheitsprüfung erlaubt. Bei einem späteren Immobilienkauf oder Familienzuwachs ist diese Option besonders wertvoll.

Typische Fehler bei Anästhesisten

Ein häufiger Fehler ist das Fehlen einer Risikolebensversicherung überhaupt. Viele Anästhesisten verlassen sich auf die gesetzliche Witwen- und Witwerrente, die jedoch nur 55 Prozent der Rentenanwartschaft des Verstorbenen beträgt und damit weit unter dem gewohnten Lebensstandard liegt.

Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Laufzeit: Wer mit 40 Jahren eine Risikolebensversicherung mit 15 Jahren Laufzeit abschließt, ist mit 55 unversichert, obwohl häufig noch Kreditverbindlichkeiten und familiäre Abhängigkeiten bestehen.

Fazit

Für angestellte Anästhesisten ohne Praxisvermögen ist die Risikolebensversicherung der unverzichtbare Basisschutz für die Familie, der frühzeitig, ausreichend hoch und mit langer Laufzeit abgeschlossen werden sollte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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